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So finden Sie als Autor Ihre Textverarbeitung

Schreiben Sie mit Microsoft Word? Machen Sie das, weil die Software bereits auf Ihrem Computer installiert war, und tun Sie es wirklich gern? Ich selbst habe meine ersten Berufsjahre mit Word verbracht. Ich kenne das Programm immer noch gut und ich habe auch unzählige Stunden von Mehrarbeit hinter mir, weil Filial- und Zentraldokumente nicht so wollten, wie geplant und sich ganze Layouts durch das Einfügen von Abbildungen verschoben.

Je länger ich mit der Software gearbeitet habe, desto mehr wünschte ich mir Alternativen dazu. Und wer heute als Autor nach anderen Schreibprogrammen sucht, findet inzwischen eine beachtliche Vielfalt. Für den Mac zum Beispiel u.a.

  • Scrivener – Writer Pro
  • Byword
  • Mellel
  • Nissus
  • Ulysses III

Natürlich könnten Sie jetzt einfach die unzähligen Testversionen auf Ihren Rechner laden und einfach mit den Programmen experimentieren. Aber Hand aufs Herz. Haben Sie so viel Zeit? Zeit, die Sie vom eigentlichen Schreiben abhält?

Viel sinnvoller ist es, wenn Sie sich bereits vorab ein paar Gedanken darüber machen, welche Funktionen Sie sich wünschen und benötigen.

Wer sich etwas intensiver mit den verschiedenen Programmen auf dem Markt beschäftigt, stellt schnell fest, dass diese durchaus unterschiedliche Schwerpunkte besitzen und mit Zusatzfunktionen aufwarten. Ein paar Anregungen für Sie:

  • Vollbildansicht: Benötigen Sie einen besonderen Modus für das »ablenkungsfreie Schreiben«. Dabei füllt sich die gesamte Arbeitsfläche mit der Software und Sie sehen nur Ihren Text vor sich. Ich persönlich mag eine solche Ansicht sehr, andere fühlen sich davon wieder eher abgestossen.
  • Organisation von Material: Müssen Sie neben Ihren Texten viel Recherchematerial verwalten? Zum Beispiel Texte aus dem Internet oder auch externe Dateien?
  • Bloggen Sie?: In diesem Fall wäre es natürlich praktisch, wenn das Programm eine direkte Schnittstelle zu Ihrem Blog besitzt oder zumindest mit möglichst wenig Aufwand HTML-Code exportieren.
  • Benötigen Sie ein bestimmtes Text-Format?: Vielleicht haben Sie sich dazu entschieden, Texte in Markdown zu verfassen. Oder Sie haben von Ihrem Hausverlag eine Vorgabe für ein besonders Textformat erhalten. Im Falle von Markdown etwa, lohnt es sich immer, das Programm etwas genauer zu testen, denn längst nicht alle Anwendungen bietet auch die vollständige Unterstützung des Formats an.
  • Planen Sie E-Books zu veröffentlichen?: Dann wäre es ideal, wenn die Software zumindest EPUB direkt exportieren kann und über Eingabemasken und Funktionen verfügt, um die Eigenschaften des Buches möglichst im Detail festzulegen.

Wenn Sie Ihre Wünsche mit den Produktbeschreibungen der Programme vergleichen, werden dadurch bereits einige aus der Wahl herausfallen. Besorgen Sie sich von den Programmen, deren Oberflächen Ihnen in den Beschreibungen zusagen, Testversionen. Ich würde Ihnen aber nicht zu mehr als drei Programmen raten.

Mit den Demoversionen arbeiten Sie jetzt jeweils fünf Tage lang. Probieren Sie in aller Ruhe die Funktionen aus. Nicht nur die, die Sie am meisten interessieren. Exportieren Sie Dateien, erstellen Sie Listen und Gliederungen, nummerieren Sie Ihre Kapitel und Abschnitte. Testen Sie auch die Funktionen für die Überarbeitung. Können Sie schnell ganze Abschnitte umstellen und auch neu nummerieren?

Probieren Sie zusätzlich auch die Möglichkeiten aus, das Programm mehr an die eigenen Wünsche anzupassen. Welche Individualisierungsfunktionen gibt es? Können Sie sich eine Ansicht auf Ihre Texte einrichten, mit der Sie sich rundherum wohl fühlen, zum Beispiel durch das Einstellen von verschiedenen Zoomfaktoren oder anderen Schriftarten? Vernachlässigen Sie aber auch die technische Seite nicht. Haben Sie zum Beispiel Einfluss auf den Export der Daten?

So werden Sie Ihren Favoriten finden! Garantiert!

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Novel Writer – Softwareunterstützung für Romanautoren

MyNovel ist eine englischsprachige Software, die sich in erster Linie an die Autoren von Romanen, Erzählungen und Kurzgeschichten wendet. Die Software liegt derzeit lediglich in englischer Sprache vor, der Hersteller verspricht aber, dass sein Programm auch mit der deutschen Sprache in Sachen Rechtschreibprüfung und Thesaurus umgehen kann. Grund genug, sich das Werkzeug einmal genauer anzusehen.

Installation

Das Programm kann in einer Probierversion von der Seite des Herstellers heruntergeladen werden. Dazu müssen Sie sich allerdings kurz und formlos registrieren. Sie hinterlassen Ihren Namen sowie eine gültige Mailadresse. Dorthin erhalten Sie eine Nachricht mit dem Link, der Sie zum Download führt.

Die Installation verläuft unkompliziert. Mit einem Doppelklick starten Sie die Installation. Für Experten: MyNovel benötigt das .tnet-Framework von Microsoft, das bei einer halbwegs aktuellen Windows-Installation ohnehin dabei sein sollte. Wenn es noch fehlt, wird es im Rahmen der Einrichtung heruntergeladen. Älter Windows-Version als XP werden allerdings nicht unterstützt.

Ein Projekt einrichten

Das Programm will Sie beim Schreiben Ihres Romans effektiv unterstützen. Dies beginnt bereits bei der Einrichtung des Projekts. Direkt nach dem ersten Aufruf der Software haben Sie die Wahl zwischen dem Anlegen eines neuen Projekts oder dem Öffnen eines Bearbeitungsstandes.

Entscheiden Sie sich für die Anlage eines neuen Projekts, werden Sie von einem Assistenten Schritt für Schritt durch die Einrichtung geleitet. Vergeben Sie einen Titel und beschreiben Sie in wenigen Worten, um was es bei der Erzählung oder Roman gehen soll.
Assistent mynovel

Das Programm bietet Ihnen einige Vorlagen an. Diese sollen Ihnen bei der Strukturierung der Inhalte helfen. Sie können aber natürlich auch ein völlig leeres Projekt anlegen.
Eigenschaften eines Projekts

Damit es nicht bei dem Wunsch bleibt, etwas zu schreiben, brauchen Sie Regelmäßigkeit. MyNovel hilft Ihnen bei der Einschätzung der Aufgabe. Sie definieren innerhalb der Eigenschaften die geschätzte Länge des Textes. Zugleich legen Sie fest, wie viel Sie am Tag schaffen wollen. Nur einen Augenblick später erhalten Sie dann die Information, wann mit diesen Vorgaben der Text fertig sein wird.
Ziel des Romans

Oberfläche und Planung des Projekts

Nach der Einrichtung der Vorgaben können Sie an die Arbeit gehen. Die Oberfläche des Programms erinnert an Word 2007. So verbergen sich die Optionen auch hinter der großen Schaltfläche am linken oberen Bildschirmrand. Wechseln Sie dort in die Preferences, um die Einstellungen für die Rechtschreibprüfung auf Deutsch zu ändern.
Deutsche Rechtschreibung

Der Bildschirm gliedert sich in eine Reihe von Abschnitten. Im Zentrum steht der eigentliche Editor. Am linken Rand speichern Sie zusätzliche Informationen, auf die Sie während der Arbeit am Manuskript zurückkommen.

Neben einer Übersicht der Struktur haben Sie über die Schaltflächen Zugriff auf Charaktere, Ort, Dinge und Ereignisse. Außerdem können Sie direkt in der Software kleine Diagramm erstellen. So skizzieren Sie beispielsweise verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den handelnden Personen.
Oberfläche My Novel

Unterhalb des Editors ist der Bereich mit den Eigenschaften des aktuellen Abschnitts. Dort haben Sie ausreichend Platz, um sich Notizen zum Inhalt zu machen oder finden schnell angefertigte Diagramme oder anderes Referenzmaterial. Im rechten Aufgabenbereich wechseln Sie bei Bedarf in den Thesaurus und greifen auf Ihre aktuelle Aufgabenliste zurück.

Die jeweiligen Bereiche lassen sich mit einem Klick auf das Kreuz schließen. Schneller geht es, wenn Sie in das Register Layout and theme wechseln. Dort können Sie mit einem Klick auf Maximize working area den Editor in den Mittelpunkt stellen. In dieser Ansicht sind Sie dann mit Ihrem Text allein.
Eigenschaften eines Kapitels

Praxistest

Der Editor ist sehr einfach gehalten, aber zweckmäßig und arbeitet stabil. Mit der Formatierungsleiste weisen Sie Ihrem Text die wichtigsten Formate zu. Allerdings werden Sie in der praktischen Arbeit bemerken, dass die Software aus dem englischen Sprachraum kommt. Die Rechtschreibprüfung findet tatsächlich nur die gröbsten Schnitzer und der Thesauraus ist doch recht oberflächlich.

MyNovel erlaubt aber den Austausch mit anderen Programmen. So können Sie mit Ihrem gewohnten Schreibprogramm oder einem minimalistischen Editor Ihre Texte schreiben, um diese später in die Software zu integrieren. Hier können Sie aus einer Reihe von Formaten wählen:

  • rtf
  • txt
  • odt
  • html
  • docx (Office 2007 Format)

Im Novel Explorer klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Eintrag und wählen aus dem Kontextmenü den Befehl Export. Speichern Sie die Datei in einem beliebigen Verzeichnis Ihrer Wahl und bearbeiten Sie sie. Der Import verläuft analog. Damit nutzen Sie den gewohnten Schreibkomfort aber zugleich auch die Vorteile, die Ihnen MyNovel bietet.

Denn gerade bei umfangreichen Vorhaben, kann MyNovel den Autoren tatsächlich gut unterstützen. Sehr gut gefällt mir etwa die integrierte Aufgabenliste. Sie brauchen Kleinigkeiten, die Sie noch erledigen müssen (zum Beispiel Kapitel neu nummerieren), nicht mehr in Outlook oder einem anderen Programm hinterlegen. Erst wenn Sie am Manuskript arbeiten, bekommen Sie die Aufgaben zu Gesicht, was ja auch zweckmäßig ist.

Und wer sich mit dem Novel-Explorer vertraut gemacht hat, wird das kleine Werkzeug schnell nicht mehr missen wollen, denn es ersetzt Zettelkasten und Whiteboard effizient.

Fazit:Die Entwickler von MyNovel haben mitgedacht, und bieten Autoren ein durchaus praxistaugliches Werkzeug zur Arbeit an Erzählungen und Romanen. Der Lizenzpreis von 35 Dollar geht durchaus in Ordnung. Allerdings gibt es auch Potential für Verbesserungen. In erster Linie gilt dies für die Rechtschreibprüfung und den Thesaurus. Wenn sich der Hersteller nicht auf den englischen Sprachraum beschränken will, muss hier für die kommende Version etwas getan werden. Ebenfalls wünschenswert wäre die Option, die Daten des Projekts auch sichern zu können. Idealerweise sollte auch die Wiederherstellung eines Standes möglich sein. Dann wäre MyNovel aber auch bereits ziemlich perfekt.

 

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WriteWay: Unterstützung für Romanautoren unter Windows

Wer die Wahl hat, hat die Qual. In den vergangenen Jahren haben sich eine Reihe von Unternehmen dazu entschlossen, spezielle Programme für Schriftsteller, Drehbuchautoren und Vielschreiber zu entwickeln. Sie versprechen alle, den Arbeitsalltag zu erleichtern und so uns Autoren und Textern mehr Zeit für unsere eigentliche Berufung, dem Schreiben, zu geben.

WriteWay ist ein für Windows konzipiertes Programm, das sich um die Verwaltung von Charakteren, Kapitel und Szenen kümmert. Derzeit ist die Software lediglich in englischer Sprache erhältlich, was aber dank einer recht übersichtlichen Oberfläche kein größeres Problem darstellt. Auf ein deutschsprachiges Wörterbuch können Sie dennoch zurückgreifen. Das Programm kümmert sich nicht nur um die Verwaltung der Elemente, die zu einem Projekt gehören. Zu Writeway gehört auch ein eigener Editor. Allerdings dürfen Sie auch mit Ihrem gewohnten Schreibprogramm arbeiten, da das Werkzeug Fremdformate einlesen kann. Diese müssen dann allerdings einige spezielle Kürzel enthalten, damit das Werkzeug auch die richtige Zuordnung zwischen Szenen und Kapiteln erreicht.

Ein Projekt anlegen

Mit einem Klick auf das Symbol eines Buches legen Sie ein neues Projekt an. Die Software öffnet Ihnen dazu einen kurzen Dialog, in dem Sie die Details zu Ihrem neuen Buch eintragen können. Dazu zählt der Titel des Buches sowie der Dateiname. Alle zu einem Projekt gehörenden Dateien legt die Software in einem Ordner auf Ihrem System ab. Mit einem Klick auf Create Book werden die Eigenschaften übernommen und die Dateien werden angelegt.

Erstellung eines neuen Buches

Sie gelangen damit zu weiteren Einstellungen zu diesem Buch. In mehreren Registerkarten treffen Sie die Auswahl aus den angebotenen Optionen. So definieren Sie die verwendete Seitengröße aber auch innerhalb des Registers Composition & Notes mit welcher Schrifttype Sie innerhalb des Editors arbeiten wollen.

Weitere Optionen des Buches

Text schreiben

Ist das Buch erfolgreich angelegt, öffnet sich das Programmfenster. Ein Buch besteht nach den Voreinstellungen der Software immer aus einem Bereich für Ideen und Skizzen (Skratch Pad) und drei Teilen. Diese werden also Ordner in der linken Seitenleiste angelegt. Diese Abschnitte können Sie später natürlich noch bearbeiten und ergänzen. Im mittleren Bereich des Fenster befinden sich, sofern Sie noch kein Kapitel bearbeiten, die Notizen zur ihrem Projekt. Hier können Sie den Handlungsstrang skizzieren oder sich weitere Notizen anfertigen.

Um mit dem Schreiben zu beginnen, müssen Sie zunächst ein Kapitel anlegen. Klicken Sie dazu in der linken Navigation den entsprechenden Teil des Buches an und drücken Sie anschließend auf den Schalter Chapter in der Symbolleiste. Um den Titel des Kapitels zu bearbeiten, führen Sie einen Rechtsklick auf seinen Eintrag in der linken Leiste aus.

Programmfenster von Writeway

Auch ein Kapitel ist in erster Linie als Ordner für die Texte gedacht. Es besteht nach der Definition des Programms aus verschiedenen Szene. Klicken Sie also auf den Schalter Scene, um eine solche einzufügen. Jetzt wandelt sich das Aussehen des Bildschirms.

Im Zentrum steht nun der Editor, in dem Sie mit der Arbeit an Ihrem Manuskript beginnen können. Der Editor ist schlicht und funktional. Auch die Arbeitsgeschwindigkeit lässt soweit keine Wünschen offen. Funktionen, die den Schreibkomfort erhöhen, wie etwa ein Thesauraus sind allerdings nicht vorhanden. Wer aber gern mit einem schlichten Programm arbeitet, das ihn mit seiner Funktionsvielfalt nicht ablenkt, wird den Editor mögen.

Analyse des Textes

Auch wenn Ihnen nicht gerade ein Abgabetermin im Nacken sitzt, ist die Dokumentation des Fortschritts interessant. Mit einem Klick auf den roten Schalter neben dem Hilfesymbol öffnen Sie den Statistikbereich. Dort tragen Sie die Zahl der erforderlich Wörter sowie die Abgabetermine ein. Leider gibt es derzeit noch keine Möglichkeit, statt Wörter auf Zeichen oder Anschläge umzuschalten. Als Texter wären dies eher meine Messgrößen. Sobald Sie einen Wert vergeben haben und die Arbeit fortsetzen, werden Sie bemerken, dass der Kreis sich langsam zu füllen beginnt. Sie sehen also unmittelbar den eigenen Fortschritt.

Im Menü View befindet sich noch ein dritter Befehl. Mit Word Usage Analysis rufen Sie sich einen Dialog auf, der Ihnen bei der Analyse des Textes hilft. Sie können hier zwischen dem vollständigen Buch oder auch einzelnen Kapitel wählen und lassen sich dann bei Bedarf Begriffe anzeigen, die Sie häufiger verwendet haben. So kommen Sie Wiederholungen besser auf die Spur.

Wortanalyse

Verwaltung von Personen und Material

Damit Sie es bei umfangreicheren Projekten leichter haben, gehören zu WriteWay auch Funktionen, mit denen Sie Charaktere und das Material aus Recherchen verwalten. Mit einem Klick auf Characters öffnen Sie die Verwaltung der Personen. Im nachfolgenden Fenster legen Sie mit Add eine neue Figur an. Das Programm bietet Ihnen eine Vorlage an, die Sie bei der Detailarbeit unterstützt. So formen Sie Schritt für Schritt den Charakter.

Verwaltung von Charakteren

Ähnlich funktioniert die Verwaltung von Recherche-Ergebnissen. In Form von Ordnern strukturieren Sie gesammeltes Material, das Sie per Zwischenablage einfügen. Oder Sie nutzen die Funktion, Internetlinks innerhalb der Software abzulegen.

Datensicherung und Export

Auch an so lästige, aber dennoch wichtige, Tätigkeiten wie das Backup Ihrer Daten haben die Entwickler gedacht. Direkt aus dem Menü File rufen Sie mit Copy WriteWay Files to Backup eine Funktion auf, mit der Sie alle Elemente und Dateien mit einem Mausklick in ein anderes Verzeichnis Ihres Systems kopieren können. Auf Wunsch kann diese Funktion auch einen früheren Bearbeitungsstand wieder zurückspielen. Eine automatisierte Funktion gibt es derzeit noch nicht.

Wenn Sie das finale Manuskript abgeben wollen, nutzen Sie im Menü File die Funktion der Preview. Damit stellt die Software alle Elemente des Manuskripts zusammen. Sie können nun mit dem Ausdruck beginnen. Ein Export in das PDF-Format ist direkt nicht möglich. Sie müssen sich also ein entsprechendes Programm besorgen.

Fazit

WriteWay ist durchaus praktisch. Wer die englische Sprache nicht scheut, erhält zu einem Preis zwischen 24 und 49 Dollar ein nützliches Werkzeug. Es wendet sich aber in erster Linie an Romanautoren. Drehbuchschreiber erhalten hier noch zu wenig Unterstützung.

Auf der Seite Der Lifehacker finden Sie einige weitere Rezensionen zu Programmen für Schriftsteller und Autoren:

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Papyrus Autor 4 – gutes Handwerkszeug für alle Autoren

Gegen Microsoft Word oder das OpenOffice-Paket als Schreibwerkzeug ist nichts einzuwenden. Allerdings tragen diese Programme zurecht die Bezeichnung „Textverarbeitung“. Die Entwickler schaffen ein universelles Werkzeug, das sich an die Anwender in Büros und in Redaktionen gleichermaßen wendet. Das hat aber leider zur Folge, dass für viel zu viele Funktionen zur Verfügung stehen, die die Oberfläche überfrachten. Während der täglichen Arbeit mit dem Programm vermissen professionelle Vielschreiber eine Reihe an Funktionen. Wenn Sie in erster Linie ein Programm zum Schreiben von Texten suchen, probieren Sie doch einmal Alternativen! Papyrus Autor ist eine solche Alternative. Die Software für Windows und Mac will gar keine Eier legende Wollmichsau sein, sondern verwöhnt Autoren und Schriftsteller mit zahlreichen Funktionen.

Eigene Ansätze

Natürlich ist Papyrus Autor in erster Linie ein Schreibprogramm. In Sachen Optik und Bedienung geht die Software durchaus eigene Wege. Wer aber bereits mit Word oder ähnlicher Software gearbeitet hat, wird sich schnell umgewöhnen. Obwohl sich über Geschmack ja bekanntlich hervorragend streiten lässt, eine kurze Bemerkung zur Oberfläche selbst. Leider entspricht die Software in weiten Teilen nicht der MacOS Ästhetik, was ich persönlich sehr schade finde. Die Oberfläche wirkt insgesamt etwas hausbacken, insbesondere was die Icons und Dialoge betrifft.

Programmoberfläche Papyrus Autor 4

Etwas abmildern kann man dies, wenn das Icon-Set „simple grey“ verwendet wird. Leider ist auch die Online-Dokumentation eine Eigenentwicklung, die auf den eigenen Papyrus-Dokumenten basiert. Das macht den Umgang damit gewöhnungsbedürftig. Erschwernisse, die aus meiner Sicht nicht sein müssten. Auf die Basisfunktionen wie das Formatieren von Texten will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Schließlich möchte ich Ihnen in erster Linie zeigen, was mit der Software noch möglich ist.

Funktionen (nicht nur) für umfangreiche Projekte

Wer ein umfangreiches Werk schaffen will, hat Vorstellungen und Vorgaben hinsichtlich des Gesamtumfangs und seines Tageszieles. Beides kann in Papyrus in den Einstellungen eines Dokuments hinterlegt werden. Ein Indikator in der Statusleiste des Programms zeigt Ihnen anschließend den Fortschritt Ihres Dokuments an. Das wirkt motivierend und Sie erkennen bereits während des Schreibens, ob Ihr Manuskript vielleicht zu lang werden könnte. Außerdem können Sie auch ein Abgabedatum für das Dokument definieren. Beim Öffnen und während der Arbeit zeigt Ihnen Papyrus dann an, wie nah dieser Termin jetzt schon ist.

Dokumentvorgaben in Papyrus Autor 4

Wenn Sie während des Schreibens einen interessanten Gedanken entwickeln oder auf eine interessante Quelle stoßen, werden Sie die Funktion des Klemmbretts mögen. Zu jedem Dokument können Sie eine Reihe solcher Klemmbretter einrichten. Dabei handelt es sich um aktive Ablageflächen neben der Seite. Dort hinterlegen Sie in Form virtueller Post-Its Textschnippsel und anderes Material. Eine sehr gelungene Funktion.

Um Ihnen den Stress mit dem Backup und eventuellen Revisionen abzunehmen, lassen Sie Papyrus regelmäßig Sicherungskopien des Dokuments anfertigen. In den Optionen der Software können Sie den Pfad zu den Backups selbst definieren, so dass Sie beispielsweise Sicherungen auch auf einem externen Datenträger anlegen dürfen. Praktischerweise schlägt Ihnen die Software automatisch das regelmäßige Speichern vor, sobald der Text eine bestimmte Länge erreicht hat.

Vorzügliche Stil- und Lesbarkeitsanalyse

Papyrus Autor bietet Ihnen Funktionen, die Sie so in keinem anderen Programm finden und die Sie dabei unterstützen, bessere Texte zu schreiben. Beginnen wir mit der Stilanalyse. Bereits während des Schreibens weist Sie die neue Version darauf hin, wenn Sie Wortwiederholungen setzen oder den Text mit Füllworten aufblähen. Unterschiedlich eingefärbte Unterstreichungen weisen Sie auf solche Problemfälle hin. Neu ist, dass Ihnen das Programm nach dem Klick auf eine Wiederholung alle Fundstellen markiert. Wenn Sie auf diese Weise Ihren Text überprüfen, sollten Sie immer auf die Statusleiste achten. Dort erhalten Sie die genaue Beschreibung des Problems.

Lesbarkeitsanalyse in Papyrus Autor 4

Ebenfalls eine gute Hilfe ist die Lesbarkeitsanalyse. Mit einem Klick wird der Text gescannt und Sie erhalten mittels einer Ampel-Logik Hinweise auf die Lesbarkeit. Rote Passagen erfordern die Überarbeitung. Da es aber unterschiedliche Textgattungen gibt und an einen Blogbeitrag andere Anforderungen zustellen sind als auf einen wissenschaftlichen Text, können Sie in den Optionen die von Ihnen bevorzugte Analyse aktivieren.

Duden Korrektor und Thesaurus

Mit 169 Euro für ein Schreibprogramm scheint der Autor auf den ersten Blick kein Schnäppchen zu sein. Hervorgehoben werden muss deshalb, dass der Duden Korrektor in der aktuellen Version in die Software integriert ist. Damit greifen Sie auf die meiner Ansicht nach beste Rechtschreibprüfung zurück, die derzeit eingesetzt werden kann. Da diese in der aktuellen Version einen eigenen Thesaurus erhalten hat, Papyrus aber auch Zugriff auf den Open Thesaurus bietet, suchen Sie in einem wunderbaren Bestand an Begriffen.

Synonyme finden in Papyrus Autor 4

Diese Hilfen erreichen Sie übrigens mit einem Rechtsklick. Findet das Programm eine Wortwiederholung, können Sie sich direkt im Kontext des Textes ein Synonym anzeigen.

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