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So stellen Sie einem Verlag Ihre Buch-Idee vor

Sie haben eine gute Idee für ein neues Fachbuch und wollen es Verlagen anbieten? Sie werden kaum erwarten, dass Sie der einzige Autor sind, der auf diesen Gedanken gekommen ist und so können sich die Lektoren in den Verlagshäusern kaum über Mangel an Arbeit beklagen. Damit Sie auch Gehör finden, einige Tipps.

Hüten Sie sich vor schnellen Standard-Mails!

Die schön gemachten Internetseiten der Verlagshäuser verleiten natürlich dazu, sich einfach eine Adresse herauszusuchen und an den Ansprechpartner eine E-Mail zu senden. Wenn Sie nicht gerade zu den Top-Autoren Ihres Segments gehören, dürfte dies der am wenigsten Erfolg versprechende Weg sein. Und wenn Sie bereits viele Veröffentlichungen geschafft haben, werden Sie ohnehin bereits Ansprechpartner haben. Betrachten Sie das Einschicken einer Themenideen wie das Versenden einer Bewerbung auf eine neue Arbeitsstelle. Nutzen Sie die Chance, sich und Ihr Produkt im besten Licht darzustellen. Schnellschüsse sind dazu nicht geeignet.

Informieren Sie sich über den Verlag

Bevor Sie Ihr Expose an den Verlag senden, überprüfen Sie zunächst einmal kritisch, ob denn Ihr Buch überhaupt ins Verlagsprogramm passen könnte? Natürlich wollen Sie Ihr Buch gern veröffentlicht sehen, aber wenn der Verlag sich bisher auf das Thema „Gartenbau“ spezialisiert hat, hat Ihr Ratgeber zum Thema Zeitmanagement dort kaum eine Chance ins Programm aufgenommen zu werden. Ein technisches Handbuch wiederum passt nicht in einen Verlag, der in erster Linie mit Titeln aus dem Segment „Lebensführung“ bekannt geworden ist.

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Buch in das Programm passen könnte, recherchieren Sie über Amazon und die Verlagsseiten, ob vielleicht bereits ein ähnlicher Titel im Programm oder in Planung ist. Die meisten Häuser stellen zukünftige Veröffentlichungen bereits lange vor Erscheinen im Internet vor. Gibt es da bereits einen ähnlichen Titel, können Sie sich die Mühe sparen, das Lektorat mit der gleichen Idee noch einmal zu konfrontieren.

Formulieren Sie Ihr Anschreiben

Vielleicht bietet der Verlag auf seinen Seiten eine allgemeine Adresse des Lektorats an. Möglicherweise finden Sie aber auch nur einen Fragebogen, den Sie ausfüllen müssen. Wie auch immer sich das Verlagshaus die Kommunikation mit neuen Autoren wünscht. Sie brauchen ein Anschreiben, einen einleitenden Text. Verwenden Sie auf die Formulierung dieses Textes viel Mühe.

  • Versuchen Sie bereits auf wenigen Zeilen herauszuarbeiten, warum der Titel eine Lücke im Verlagsprogramm darstellt.
  • Beantworten Sie die Frage, warum gerade jetzt die richtige Zeit für das Schreiben dieses Buches ist. Gibt es eine aktuelle Entwicklung auf diesem Fachgebiet, die das Buch aufgreifen wird?
  • Wenn dies das erste Buch auf dem Gebiet im deutschsprachigen Raum sein wird, weisen Sie darauf hin, stellen Sie aber auch heraus, welche Vorteile der Verlag damit auf seiner Seite hat. Zum Beispiel, dass sich sehr gute Verkaufszahlen erwarten lassen, weil das Thema auch in Deutschland in Kürze extrem interessant werden wird?

Arbeiten Sie Nutzen und Leser heraus

Wenn Sie mit einem klassischen Expose arbeiten können, weil Sie Dateianhänge an den Verlag senden dürfen, reservieren Sie genügend Platz für einen Abschnitt, der den Nutzen für die Leser herausarbeitet.

  • Was lernen Ihre Leser von Ihnen?
  • Welche Aufgaben lassen sich nach der Lektüre des Buches leichter bewältigen?
  • Wen sehen Sie als Zielgruppe für Ihr Buch? Wer wird den Titel mit Gewinn lesen? Denken Sie beim Schreiben an diese Zielgruppe!
  • Wer sollte das Buch ebenfalls lesen?

Werden Sie hier ruhig konkret, denn Sie beflügeln damit auch die Phantasie des Lektors.

Skizzieren Sie den Inhalt

Niemand lässt sich gern in die Karten schauen und wer regelmäßig mit zukünftigen Autoren spricht, muss sich häufig dem Einwand stellen, dass der Verlag ja das Buch auch mit einem anderen Autoren umsetzen kann, wenn zu viel über den Inhalt verraten wird. Dieser Einwand ist prinzipiell schon richtig, aber auf die Dauer kann kein Verlag so ein Geschäftsgebaren geheim halten. Damit der Lektor auch versteht, worüber Sie schreiben wollen, müssen Sie ihm schon eine Gliederung des Buches anbieten. Bei vielen Verlagen wird diese Gliederung später auch Teil des Vertrages. Schreiben Sie zu jedem Punkt der Gliederung einige Stichworte, sofern der Inhalt sich nicht aus der Überschrift ergibt.

Denken Sie an die Vermarktung

Natürlich wird der Verlag alles dafür tun, dass die Neuerscheinung auch ein wirtschaftlicher Erfolg wird. Aber das allein wird nicht ausreichen, denn schließlich müssen sich die Marketing-Abteilung und der PR-Bereich dort auch noch um andere Titel kümmern. Formulieren Sie, was Sie selbst für die Vermarktung tun werden.

  • Wollen Sie ein begleitendes Blog einrichten? Oder bloggen Sie vielleicht schon? Dann weisen Sie darauf hin. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie dann auch täglich dort etwas zum Buch schreiben. Und zwar Dinge, die den Inhalt ergänzen und nicht nur einen Extrakt des Buches bilden.
  • Können Sie den Verkauf durch Lesungen oder Vorträge ergänzen?
  • Verfügen Sie über ein großes Netzwerk auf XING oder anderswo, das Sie ebenfalls für die Vermarktung nutzen könnten?

Beantworten Sie die Frage, warum Sie der richtige Autor sind

Dieser Abschnitt wird Ihnen mit der Zeit immer leichter fallen. Wenn Sie bereits veröffentlicht haben, können Sie auf Ihre bisherigen Publikationen verweisen und brauchen das Lektorat nur davon zu überzeugen, dass Sie jetzt auch die Kompetenz zu ihrem neuen Thema aufgebaut haben. Wenn dies Ihre erste Publikation werden sollte, müssen Sie diesen Bereich etwas stärker ausschmücken.

  • Was sind Ihre persönlichen Kompetenzen in diesem Thema? Das Interesse am Thema allein wirkt nicht überzeugend.
  • Wieso trauen Sie sich zu, den Stoff unterhaltsam und didaktisch aufzubereiten?
  • Haben Sie bereits anderswo etwas geschrieben? Dann verweisen Sie darauf!

Haken Sie nach!

Nachdem Sie Ihr Expose eingereicht haben, werden Sie wahrscheinlich eine automatische Rückmeldung erhalten, die Ihnen den Eingang Ihres Vorschlags bestätigt. Geben Sie Ihrem Lektor genügend Zeit, um sich mit Ihrem Vorschlag zu beschäftigen. Halten Sie Ihre Neugier und Ungeduld etwas im Zaum, auch wenn es schwerfällt. Nach etwa 14 Tagen können Sie sich aber ruhig noch einmal in Erinnerung bringen.

Fragen Sie aktiv nach, ob noch weitere Informationen gebraucht werden. Bieten Sie an, eventuelle Unklarheiten in einem Telefonat zu erläutern und fragen Sie ruhig nach, bis wann Sie mit einer Entscheidung rechnen dürfen. Schauen Sie dabei auch auch in Ihren Kalender. Weniger Wochen vor einer Buchmesse ist es niemals eine gute Idee, seine Vorschläge zu unterbreiten. Da herrscht in den Verlagshäusern zu viel Trubel und Betriebsamkeit und die Gefahr ist groß, dass Ihr guter Vorschlag schlicht und einfach übersehen wird.

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