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Vom Manuskript zum Kindle: E-Books mit Sigil und Calibre

3. Juni 2011

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Vor einigen Tagen sind meine beiden ersten E-Books für den Kindle bei Amazon live geschaltet worden. Bis es soweit war, habe ich einige verschiedene Wege zum Ziel ausprobiert. Zunächst: Wer lediglich Texte in seinem E-Book veröffentlicht, also auf die Einbindung von Grafiken verzichten kann, ist mit den integrierten Export-Funktionen von Pages oder Papyrus durchaus gut bedient. Die Ergebnisse lassen sich sehen. Dazu aber gleich noch mehr.

Etwas schwieriger wird es, wenn, wie in meinem Falle, zahlreiche Abbildungen im Text platziert werden sollen. Hier musste an der einen oder anderen Stelle immer etwas nachgearbeitet werden. Insbesondere die Nutzung des offiziellen Kindle-Generators hat nicht nicht immer überzeugt. Ein Arbeitsablauf, der sich aus meiner Sicht bewährt hat, besteht aus drei Stufen.

Schreiben des Textes in Scrivener

Meine Texte entstehen auf dem Mac unter Verwendung der Syntax von Markdown. Ich habe mich an dieses Vorgehen inzwischen so gewöhnt, dass ich mir kaum noch vorstellen kann, mit einer manchmal doch etwas zickigen Anwendung wie Word längere Dokumente zu schreiben. Die Version für Windows steht wohl kurz vor der Vollendung, so dass auch die Nutzer dieses Betriebssystems sich von den Vorzügen überzeugen können.

Bilder bearbeite ich soweit, dass diese von den Dimensionen nicht zu groß werden. Zwar kann der Kindle auch eingebundene Grafiken vergrößern, allerdings müssen Sie an die Begrenzung des Displays denken. Dieses gibt ja den maximalen Rahmen vor.

Nachdem das Manuskript soweit fertig ist, kompiliere ich den Text über die integrierte Funktion von Markdown nach HTML direkt aus Scrivener. Damit ergibt sich eine einfache HTML-Datei mit allen Texten und den Referenzen auf die Grafiken . Diese dient mir dann als Ausgangsbasis für den nächsten Schritt.

E-Book Erstellungen in Sigil

Das Programm Sigil ist für Mac, Windows und Linux erhältlich. Es handelt sich um einen sehr einfach aufgebauten Editor, mit dem Sie elektronische Bücher im EPUB Format anlegen können. Sie können Texte in den Editor entweder über die Zwischenablage aus anderen Anwendungen einfügen oder Sie öffnen eine HTML-Datei. Über die Symbolleiste weisen Sie dann die recht rudimentären Formate, die ein E-Book-Reader interpretieren kann, zu.

Sigil: E-Book erstellen mit dem Editor

Sobald Sie das Projekt speichern, liegt auf Ihrem System bereits eine EPUB-Datei vor. Zu jedem Titel gehören einige Informationen, die das Buch näher beschreiben und von den Shopsystemen und Readern ausgewertet werden. Über Tools, Meta Editor holen Sie sich den Editor für diese Informationen auf den Schirm. Neben den minimalen Informationen wie dem Namen des Autoren und des Titels stehen Ihnen über die Schaltflächen weitere Einträge zur Verfügung. Nach dem Klick auf dem Schalter treffen Sie Ihre Auswahl und vergeben anschließend einen Wert für den Eintrag.

Metadaten E-Book mit Sigil ändern

Ebenfalls unter Tools ist auch ein Editor für das Inhaltsverzeichnis (TOC) verfügbar. Hier können Sie sich vergewissern, dass die Hierarchie der Einträge auch korrekt ist. Mit einem Klick auf den kleinen Pfeil unterziehen Sie das Projekt einer Syntax-Prüfung. Am unteren Rand des Bildschirms wirft Ihnen das Programm eventuell aufgetretene Fehler aus. Sie können von dort dann in den Quelltext des Buches springen und das Problem beheben.

Kein E-Book ohne Cover. Damit eine Grafik auch diese Funktion übernehmen kann, muss die Abbildung in der Datei vorhanden sein. In der Projektübersicht am linken Rand klicken Sie mit der rechte Maustaste auf den Eintrag images und rufen dann mit dem Befehl Add existing items eine Grafik von der Festplatte auf. Nachdem die Abbildung Teil des Buches geworden ist, klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und entscheiden sich für den Befehl Add Semantics aus dem Kontextmenü. Dort markieren Sie jetzt, dass es sich um das Cover handelt.

Sie können das Projekt abspeichern.

Mit Calibre für den Kindle vorbereiten

Sie haben jetzt ein vollständiges E-Book im EPUB-Format, das mit allen gängigen Anzeigeprogrammen gelesen werden kann. Es ist ohne DRM ausgestattet, kann also problemlos verteilt und kopiert werden. Es ist allerdings nicht für den Kindle tauglich, der auf das Mobi-Format setzt. Im letzten Schritt wandeln Sie mit Calibre das Buch um.

Starten Sie die Anwendung und klicken Sie auf Bücher hinzufügen. Entscheiden Sie sich für den Eintrag für die Übernahme eines einzelnen Buches und navigieren Sie anschließend zum Speicherort der Datei. Damit nehmen Sie Ihr neues E-Book in die Sammlung auf. Markieren Sie es anschließend in der Sammlung und klicken Sie auf Konvertiere Bücher.

Konvertierung eines Buches in Calibre

Im nachfolgenden Dialog entscheiden Sie sich unter “Ausgabe-Format” für Mobi. Wechseln Sie in das Register Seiteneinrichtung. Unter Ausgabe-Profil entscheiden Sie sich für den Kindle. Mit einem Klick auf OK beginnen Sie dann die Konvertierung.

Kindle Konvertierung Calibre

Jetzt haben Sie eine Datei, die Sie zu Kontrollzwecken entweder auf Ihren Kindle laden oder per Mail senden. Alternativ können Sie auch den Kindle-Previewer von Amazon nutzen. Schließlich laden Sie die Datei bei Amazon hoch, um die Erstellung des E-Books abzuschließen.

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Online publizieren – mit XinXii

17. Februar 2011

6 Kommentare

Viele Autoren versuchen heute, ihre Publikationen im Selbstverlag zu publizieren und zu vertreiben. Sein eigenes Buch drucken zu lassen, ist dank Publikationsformen wie dem Print on demand ohne weiteres möglich. In den vergangenen Jahren ist die Technik besser geworden und auch die Preise für diese Dienstleistung haben stark nachgegeben. Trotzdem ist der Kostenblock für den Druck nicht gerade klein. Buchtitel zum Verkaufspreis unter 20 Euro sind dabei in den seltensten Fällen profitabel. Oder sie besitzen einen so geringen Seitenumfang, dass nur wenige Leser bereit sein werden, so viel Geld für das Werk eines noch unbekannten Autoren auszugeben.

Eine Alternative ist das elektronische Publizieren. Es bietet zwei wesentliche Vorteile:

  • Es fallen keinen nennenswerten Produktionskosten an.
  • Der Leser hat das Werk unmittelbar nach dem Kauf auf seinem Rechner.

Allerdings hat der Distributionsweg auch wieder seine Schattenseiten. Ein elektronisches Buch ohne einen entsprechenden Mechanismus, der die Lizenz überwacht, kann natürlich problemlos kopiert und unerlaubt verteilt werden. Und die Technik und das Know-how beispielsweise ein PDF mit DRM anzureichern, haben wieder nur Spezialanbieter und Verlage.

Wenn Sie nach dem Abwägen von Vor- und Nachteilen zu dem Entschluss gekommen sind, Ihr Werk direkt und elektronisch zu publizieren, müssen Sie sich nach dem Schreiben dem Vertrieb und Verkauf widmen. Spezielle Marktplätze bieten Ihnen da ihre Dienste an. Sie funktionieren wie Spezialbuchhandlungen für elektronische Bücher. Der größte Vorteil, den diese Plattformen Ihnen bietet, liegt in ihrer Infrastruktur. Sie brauchen sich um die Zahlungsabwicklung nicht selbst zu kümmern. Das macht der Dienstleister für Sie.

In loser Reihe möchte ich Ihnen einige dieser Marktplätze vorstellen. Den Anfang macht XinXii

Überblick

Über Geschmack lässt sich mit Sicherheit vortrefflich streiten. Der Name des Dienstes ist nicht leicht zu merken und vor allem hat man sich beim Aufruf der Adresse schnell im Browser vertippt. Aber bereits der Aufruf der Homepage vermittelt Seriosität. Für Leser interessant (und damit auch für Autoren, die dort publizieren), ist eine Aufstellung der neuesten Bücher direkt auf der Homepage. Zum Stöbern laden die verschiedenen Rubriken ein.

Von der Registrierung bis zum Einstellen eines Buches

Um auf XinXii Ihre Publikationen veröffentlichen zu können, ist eine kostenfreie Registrierung als Autor nötig. Den Bereich für das Veröffentlichen finden Sie über den gleichnamigen Link auf der Startseite. Der Einsteiger findet eine gute Unterstützung in sehr ausführlichen Hilfetexten. Die Registrierung ist schnell und unkompliziert.

Auf der Plattform können Sie alle nur erdenklichen Texte und Dokumente veröffentlichen: vom Roman über Anleitungen bis hin zu Formatvorlagen für bekannte Programme. Ihre Dokumente dürfen in diesen Formaten vorliegen:

  • MS Office (xls, doc, ppt)
  • Openoffice (ods, odt, odp und deren Vorgängerversionen)
  • pdf
  • mp3
  • txt
  • rtf
  • epub

Das ist schon eine recht stattliche Anzahl. Sie werden Schritt für Schritt von der Plattform durch den Veröffentlichungsprozess geführt. Damit Sie schneller voran kommen, meine Tipps:

  • Machen Sie sich mit den Kategorien vertraut und überlegen Sie, wo Ihr Text am besten aufgehoben ist.
  • Sie brauchen eine Kurzbeschreibung von 80 Zeichen. Außerdem eine ausführliche Beschreibung Ihres Werkes, die bis zu 4000 Zeichen lang sein darf.
  • Überlegen Sie sich Stichwörter, die Ihren Text charakterisieren. Erfahrungsgemäß suchen zukünftige Leser nach Begriffen, die ein Problem oder Interessengebiet beschreiben.
  • Erstellen Sie für sich ein kurzes und prägnantes Autorenprofil. Dieses sollte natürlich unterstreichen, warum Sie gerade auf diesem Gebiet ein Experte sind.
  • Wer kauft schon gern die Katze im Sack? Deswegen ermöglicht die Plattform es Ihnen sowohl ein Inhaltsverzeichnis als auch eine Leseprobe anzubieten. Wenn das möglich ist, sollten Sie beides erstellen und hochladen.

Wenn Sie alles beisammen haben, werden Sie Ihre Publikation schneller online anbieten können.

Dialog zum Veröffentlichen auf XinXii

Ihre Verdienstchancen

Es gibt zwei einfache Provisionsstufen. Bei einem Preis zwischen 0,99 und 1,98 Euro erhalten Sie 40% des Verkaufserlöses. 70% bekommen Sie, wenn das Angebot teurer ist. Beachten sollten Sie aber, dass es ein Auszahlungsminimum von 25 Euro gibt. Das bedeutet, dass Sie erst 25 Euro mit Ihren Titeln verdient haben müssen, bevor Sie sich den Betrags auszahlen lassen können. Die Provision wird übrigens per PayPal ausbezahlt. Sie brauchen also ein entsprechendes Benutzerkonto dort.

Wenn Sie einen neuen Titel auf der Plattform eingestellt haben, müssen Sie sich aber um die Vermarktung kümmern. Zwar werden Sie gelistet und auch der neue Titel im Twitter-Account von Xinxii erwähnt, aber das sorgt natürlich nicht für einen Ansturm auf Ihr Manuskript. Hüten Sie sich also vor überzogenen Erwartungen. Ohne aktive Vermarktung werden die Erlöse wahrscheinlich hinter Ihren Erwartungen zurückbleiben.

Fazit

Die Plattform von XinXii ist seriös und bietet gute Vertriebschancen. Auch Einsteiger können schnell und unkompliziert ihre Texte und Vorlagen online anbieten. Durchaus empfehlenswert.

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Schneller Reichtum mit E-Books und digitalen Infoprodukten?

25. Januar 2011

1 Kommentar

E-Books scheinen ja die größte Erfindung der Menschheitsgeschichte zu sein, zumindest seit der Idee des tiefen Tellers. Ob man will oder nicht, allerorten stolpert der geneigte Autor im Internet auf Angebote und Ratgeber, die bei der Entwicklung eigener E-Books helfen wollen und tolle Verdienstmöglichkeiten in Aussicht stellen.

Ich greife wahllos aus einer Werbeseite einen Satz heraus:

Einmal geschrieben, und bergeweise verkauft, können Sie morgens ausschlafen und gegen Mittag den ersten Morgenkaffe schlürfen.

Mal ganz ehrlich: Abgesehen davon, dass das morgendliche Heißgetränk falsch geschrieben ist. Glauben Sie daran? Da wird seitenweise über passive Einkommensströme schwadroniert und Testimonials versuchen dem Besucher der Seite einzureden, dass jeder ein Autor sein kann, der dann über Nacht mit einem E-Book oder einem so genannten digitalen Infoprodukt reich wird.

In den vergangenen Monaten habe ich mir den einen oder anderen dieser Ratgeber besorgt und interessiert gelesen. Leider machen sich nur die wenigsten Autoren überhaupt die Mühe, dem Leser zu verraten, wie er denn zu seinem E-Book oder Infoprodukt kommt. Üblicherweise haben Sie bereits fertiges Manuskript in der Tasche, das nur nach Veröffentlichung schreit. Was in den Ratgebern über die Vermarktungsmöglichkeiten im Internet geschrieben wird, ist weitestgehend wenigstens nicht falsch. Allerdings kratzen die Informationen an der Oberfläche und gehen kaum über das hinaus, was Sie nicht auch kostenlos mit Google in Erfahrung gebracht hätten.

Warum das so ist, wird spätestens dann deutlich, wenn es konkrete Hinweise gibt, wie Sie denn Ihr digitales Infoprodukt entwickeln. Da wird großzügig empfohlen, dass es im Internet ja bereits reichlich Material gibt, das nur darauf wartet, umgearbeitet zu werden. Anstatt von E-Books ist dann überraschend schnell von Content die Rede.

Sicher, wenn Sie es sich trauen und Texte aus dem Internet umarbeiten, werden Sie schnell genügend Seiten für ein E-Book zusammenstellen können. Und wenn das Marketing stimmt, finden Sie möglicherweise Käufer. Aber zufriedene Leser erreichen Sie damit nicht. Ein per Copy und Paste entstandener Text wird oberflächlich bleiben und vor allem jede persönliche Äußerung seines Autoren vermissen lassen. Dieser Weg führt, wenn überhaupt, zu einem einmaligen wirtschaftlichen Erfolg.

Vergessen Sie also den Traum vom schnellen Reichtum mit digitalen Informationsprodukten oder E-Books. Was Sie zuerst brauchen, ist ein gut geschriebener Text, der den Leser anspricht und der aus Ihren Erfahrungen und eigenen Ideen besteht. Das ist mühsam, aber ohne diesen Fleiß werden Sie keinen Erfolg haben.

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