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Bücher schreiben mit Sublime Text und Markdown

Ein Buch mit einem einfachen Texteditor schreiben? Kann das funktionieren? Die Frage beschäftigte mich schon etwas länger. Warum also nicht einen Selbstversuch wagen?

Manchmal benötigt man einfach einen neuen Hammer, um wieder motiviert an die Arbeit zu gehen. Deshalb habe ich mich für einige Kapitel meines Buches zu Yosemite von meinem Lieblingswerkzeug Scrivener abgewendet und stattdessen SublimeText als Schreibwerkzeug genutzt.

Obwohl und gerade Sublime Text!

Die Antwort auf die Frage, warum gerade einen Texteditor statt einer Textverarbeitung zu benutzen, ist einfach. Ein Texteditor lässt Sie mit Ihrem Werk allein. Sie können nichts formatieren und die meisten Programme sind auch optisch so einfach gestaltet, dass es nichts gibt, was Sie ablenken könnte. Das macht sich auch beim Schreiben bemerkbar. Denn falls Sie zu den Schnell- und Vielschreibern zählen, werden Sie die Erfahrung machen, dass es keine schnellere Form der Texterfassung am Computer gibt.

Die Antwort auf die Frage, warum ich mich gerade für Sublime Text entschieden habe, ist schon etwas schwieriger. SublimeText bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, zu denen ich gleich noch im Detail komme. Allerdings mache ich mir auch etwas Sorge um die Zukunft der Software. Die letzte Betaversion der Nachfolgeversion stammt aus dem vergangenen Jahr. Beiträge im Benutzerforum sind teilweise seit einiger Zeit unbeantwortet und der Twitteraccount ebenfalls alles andere als aktuell. Fast scheint es so, als habe der Entwickler seine Arbeit eingestellt und ruhe sich auf dem phänomenalen Erfolg aus, den das Programm erzielen konnte.

Schließlich haben mich aber die von mir geschätzten Vorteile von Sublime Text davon überzeugt, das Experiment mit dem Programm zu wagen.

  • Plattformübergreifend: Sublime Text kann ich unter Windows, Mac und Linux einsetzen. Und zwar ohne funktionale Unterschiede oder Einschränkungen.
  • Erweiterbar: Das Programm ist mittels so genannter Pakete funktional und in Sachen Optik zu erweitern.
  • Vollbildmodus: Sublime Text beherrscht den für mich wichtigen Vollbildmodus, mit dem ich ohne Ablenkung meinen Text verfassen kann.

Damit war zumindest die Frage nach dem Werkzeug entschieden.

Textformat: Markdown

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden nicht überrascht davon sein, dass die Frage nach dem Datenformat deutlich schneller entschieden werden konnte. Ich wollte in Markdown schreiben. Und das nicht nur, weil auch der Rest des Projekts in Scrivener als Markdown angelegt wurde.

Markdown bietet mir die größten Freiheiten, meinen Text später auch anderweitig auszugeben. Selbst umfangreiche Kapitel belegen nur wenig Speicherplatz auf der Festplatte. Und Textdateien lassen sich ja nun tatsächlich mit so ziemlich jedem Schreibprogramm auf jeder Plattform bearbeiten und lesen. Da muss ich mir keine Sorgen machen, dass ich eines Tages vielleicht nicht mehr auf meinen Text zugreifen könnte.

Damit ich beim Schreiben eines so umfangreichen Textes den größten Nutzen aus Markdown ziele, und gleichzeitig damit komfortabel arbeiten kann, helfen ein paar Erweiterungen für Sublime Text weiter.

Sublime Text für das Buchschreiben optimieren

Um möglichst einfach und komfortabel schreiben zu können, rüste ich folgende Funktionen nach:

  • Darstellung der Markdown-Syntax
  • Direktes Ansprechen von Pandoc zum Konvertieren des Textes in unterschiedliche Zielformate.
  • Statistik zum Text, also die Zählung von Zeichen und Wörtern
  • Schnellere Übersicht mit einem Inhaltsverzeichnis

Damit Sie die Pakete installieren können, ist die Installation des Pakets „Package Control“ empfehlenswert. Dazu haben ich bereits einmal etwas in dem Artikel Scrivener, Tabellen und Markdown geschrieben. Sobald Sie die Ergänzung installiert haben, richten Sie damit folgende Pakete ein:

Monokai Extended

Brett Terpstra hat eine tolle Erweiterung für Sublime Text geschrieben. Das Paket hört auf den Namen Markdown Editing und gilt vielen Autoren als mustergültige Umsetzung. Das Ergebnis ist am Ende eine Oberfläche, die sich in vielerlei Hinsicht an iAWriter orientiert. Soweit wollte ich indes nicht gehen.

Ich bevorzuge, wenn ich die Markdown-Auszeichnungen einfach nur farbig kodiert sehe. Und genau das bietet Monokai Extended.
Auf dem Mac führen Sie das Kürzel cmd-umschalt-P aus. Mit „Package Controll: Install Package“ blättern Sie durch die angebotenen Pakete bzw. suchen den gewünschten Eintrag. Wenn Sie das Format in Sublime Text dann auf Markdown stellen, erfolg die Kodierung sofort.

Suchen Sie das passende Paket aus.

Suchen Sie das passende Paket aus.

Wordcount

Für jeden Autor ist die Frage, wie viel Text er bereits geschrieben hat, wichtig. Im Sachbuchbereich motiviert die Zahl nicht nur, sondern hilft dabei, nicht den geplanten Rahmen des Werks zu sprengen. Denn hier wird knapp kalkuliert.

Die Erweiterung LaTex Word Count nistet sich direkt als Kommando in der Menüleiste von Sublime Text ein. Mit einem Mausklick oder Tastenkürzel kann ich mir gleich sofort einen Überblick verschaffen, wie weit ich bereits bin.

Das Ergebnis von LaTeX Word Count in Sublime Text

Das Ergebnis von LaTeX Word Count in Sublime Text

Pandoc

Das Paket Pandoc setzt natürlich eine funktionierende Installation dieses Konverters voraus. Die Erweiterung erleichtert die Umwandlung der Texte in jedes von Pandoc unterstützte Format. Möchte ich mir rasch einen Eindruck davon verschaffen, wie der Text als RTF-Datei wirkt, rufe ich mit cmd-Umschalt-P erneut die Eingabezeile auf und gebe dort „Pandoc“ ein. Danach noch das gewünschte Zielformat wählen und die Erweiterung zeigt den neuen Quelltext (z.B. LaTeX) direkt in Sublime Text an oder erzeugt die externe Datei.

Markdown TOC

Ich lege pro Kapitel jeweils eine neue Datei an. Bei Sachbüchern ist es ja keine Seltenheit, dass ein Kapitel sich in eine ganze Reihe von Unterkapitel gliedert. Da ist es trotz der „Minimap“-Ansicht von Sublime Text nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, welche Segmente ich nun bereits geschrieben habe. Die Erweiterung Markdown TOC (TOC steht für Table of Content) legt mir einfach an den oberen Rand der Datei automatisch ein Inhaltsverzeichnis an. So sehe ich sofort, ob ich alle Gedanken bereits erfasst habe.

Mit Markdown TOC erkennt man direkt in der Datei die Struktur.

Mit Markdown TOC erkennt man direkt in der Datei die Struktur.

Buchschreiben mit Sublime Text? Das funktioniert!

Dank der Zusammenstellung der verschiedenen Tools habe ich mir mit Sublime Text eine aus meiner Sicht perfekte Umgebung für das Schreiben von Büchern geschaffen. Das Programm ist schnell, ich kann in Markdown schreiben und erleichtere mir dabei die Arbeit. Dank des Markdown-Formats kann ich meine Inhalte zum Beispiel auch ganz einfach an Leanpub senden. Zu meinen Erfahrungen mit Leanpub werde ich später noch einmal etwas schreiben.

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Scrivener, Tabellen und Markdown

Aus nur einer Quelle eine ganze Reihe von Produktionen anlegen – das funktioniert mit Scrivener sehr gut. Nach meiner Einschätzung schneidet in dieser Hinsicht die Kombination mit Markdown am besten ab. Sie schreiben Ihren Text in Scrivener und exportieren ihn als Markdown. Anschließend generieren Sie dann die gewünschten Zielformate. Kompliziert wird das nur, wenn Sie viel mit Tabellen arbeiten, was in Sachbüchern ja nicht selten ist.

Scrivener und der Export von Tabellen

Die Formatierungsoptionen in Scrivener sind der Philosophie der Software gemäß recht beschränkt. Tabellen lassen sich aber recht einfach anlegen und pflegen.

Allerdings exportiert Scrivener in der aktuellen Version (2.6) die Tabellen nicht nach Markdown.

Wenn Sie also mit Markdown in Scrivener arbeiten wollen, müssen Sie den Quelltext für die Tabellen manuell schreiben. Und jeder, der bereits mit Tabellen in Markdown gearbeitet hat, wird mir wohl recht geben. Das ist alles andere als ein Vergnügen. Der Quellcode für die Tabellen wird schnell unübersichtlich. Und das provoziert gerade zu Fehler, die dann später beim Kompilieren nur schwer zu entdecken sind.

Markdown-Tabellen in SublimeText pflegen

Für mein Buch zu Yosemite, das an einigen Stellen Tabellen nutzt, habe ich nach einer einfachen Lösung gesucht. In einer Erweiterung für den Editor SublimeText habe ich sie auch gefunden. Für die dauerhafte Nutzung von SublimeText erwartet der Autor von Ihnen den Abschluss einer Lizenz. Allerdings dürfen Sie den Editor für eine unbegrenzte Zeit testen. Es sind zwei Besonderheiten, die SublimeText für mich so interessant machen. Zum einen wird das Programm für Mac, Windows und Linux entwickelt. Und die Lizenz gilt auch für alle diese Plattformen gemeinsam. Zum anderen werden unzählige Erweiterungen („Packages“) angeboten, die den Funktionsumfang ergänzen. Eine dieser Erweiterungen ist der Tabelleneditor, der sehr vielversprechend erschien.

Um ihn zu nutzen, müssen Sie sich zuerst die Ergänzung „Package Control“ installieren, mit der sich Erweiterungen viel einfacher beziehen und integrieren lassen. Dazu besuchen Sie zuerst die Seite https://packagecontrol.io/ und klicken dort auf „Installation“. Auf der nachfolgenden Seite entscheiden Sie sich für die genutzte Version des Editors und kopieren den gezeigten Quellcode in die Zwischenablage.

Wechseln Sie zum Editor und führen Sie dort „View, Show Console“ aus. In die untere Eingabezeile fügen Sie den kopierten Text ein, drücken die Eingabetaste und beenden den Editor. Rufen Sie die Software erneut auf.

Mit cmd-umschalt-p öffnen Sie die Eingabemaske und geben dort „Install Package“ ein. Im nächsten Dialog geben Sie „Table“ ein und markieren „Table Editor“. Drücken Sie die Eingabetaste. Ist der Rechner mit dem Internet verbunden, lädt er jetzt die Erweiterung herunter. Beenden Sie anschließend zur Sicherheit den Editor und rufen ihn wieder auf.

In SublimeText aktivieren Sie die Installation eines Pakets.

In SublimeText aktivieren Sie die Installation eines Pakets.

Damit ist das kleine Programm einsatzbereit. Legen Sie in SublimeText eine neue Datei an. Achten Sie darauf, dass Sie in der rechten unteren Ecke des Programmfensters das Format der Datei auf „Markdown“ setzen. Jetzt drücken Sie die Tastenkombination cmd-umschalt-p. Geben Sie „Table“ ein und wählen Sie aus den Treffern „Table editor: Enable for current syntax“.

Aktivieren Sie die Nutzung der Tabellen im aktuellen Code.

Aktivieren Sie die Nutzung der Tabellen im aktuellen Code.

Jetzt beginnen Sie mit dem Schreiben der ersten Zeile der Tabelle, also dem Kopfbereich. Danach beginnen Sie die zweite Zeile. Am Ende sieht das dann etwa so aus:

|Name|Vorname|Strasse|PLZ|Ort|
|-

Drücken Sie am Ende der zweiten Zeile jetzt die Tab-Taste. Die Erweiterung ordnet die Eingaben ganz ordentlich in Form einer Tabelle an. Füllen Sie die erste Zelle aus. Navigieren Sie erneut mit der Tab-Taste zur nächsten Zelle. Die Breite der Spalten wird Ihrer Eingabe angepasst. Am Ende der aktuellen Zeile fügen Sie mit Tab eine weitere Tabellenreihe ein.

Die Erweiterung formatiert Ihre Eingabe perfekt.

Die Erweiterung formatiert Ihre Eingabe perfekt.

Zur Erweiterung gehört auch eine umfangreiche Readme-Datei, die Ihnen die weiteren Kürzel und Techniken mit dem Plug-in verrät, wie zum Beispiel das nachträgliche Hinzufügen von Zeilen oder auch das Löschen von Einträgen. Am Ende markieren Sie Ihre Tabelle und kopieren diese in die Zwischenablage.

Tabelle in Scrivener einfügen

Wenn Sie den Quelltext aus dem Editor in Scrivener einfügen, dürfte der optisch perfekte Eindruck sofort getrübt werden. Die Tabelle wird auseinandergerissen und sieht nicht mehr korrekt aus. Das liegt daran, dass Sie in Scrivener wahrscheinlich einen proportionalen Font für das Dokument aktiviert haben.

scrivener-tabellen-06

Markieren Sie den Text der Tabelle und ändern Sie über die Formatleiste die Schriftart etwa zu „Courier“. Jetzt erscheint die Tabelle auch korrekt in Scrivener. So lange Scrivener nicht in der Lage ist, seine eigenen Tabellen auch nach Markdown zu exportieren, wird dies der von mir bevorzugte Arbeitsablauf bleiben.

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Texte überarbeiten: Von Scrivener nach Word und zurück

Wie Sie es als Autor auch immer drehen. Es wird Ihnen kaum gelingen, Redaktion oder Lektorat vom Einsatz von Scrivener zu überzeugen. Microsoft Word ist einfach viel zu tief in den Arbeitsabläufen in vielen Unternehmen integriert, um einfach so ausgetauscht werden zu können. Sie müssen also einen Weg finden, wie Sie als Autor mit Scrivener schreiben können, ihr Lektor aber weiter mit Word arbeiten kann.

Überarbeitung in Scrivener vorbereiten

Damit das funktioniert, wählen Sie RTF als Austauschformat. Es kann von Scrivener exportiert werden und wird von allen Word-Versionen eingelesen. Rein technisch funktioniert der Austausch so:

  1. Sie exportieren Ihr Manuskript nach RTF.
  2. Der Lektor bearbeitet die Dateien in Word.
  3. Sie lesen die Dokumente wieder in Scrivener ein.

Dazu nutzen Sie die Option, in Scrivener ein Manuskript mit einem externen Ordner zu synchronisieren. Das erledigen Sie so (derzeit nur in der Mac-Version):

  1. Wählen Sie „Datei, Synchronisierung, mit externem Ordner“.
  2. Im oberen Teil des Dialogs wählen Sie zunächst einen Ordner aus oder legen einen neuen an.
  3. Sie müssen lediglich zusätzlich darauf achten, dass Sie unter „Format“ auch „RTF“ aktiviert haben.
  4. Mit einem Klick auf „Synchronisierung“ Damit werden die externen Daten angelegt.
Legen Sie die Optionen für die Synchronisation mit einem externen Ordner fest.

Legen Sie die Optionen für die Synchronisation mit einem externen Ordner fest.

Dokumente an den Lektor weitergeben

Die RTF-Dokumente können Sie jetzt an den Lektor weitergeben. Oder Sie richten als Synchronisations-Ordner gleich ein Verzeichnis in der Dropbox oder einer ähnlichen externen Quelle ein. Der Bearbeiter öffnet die Dateien dann in Word. Folgende Einschränkungen und Vorgaben sind zu beachten:

  • Die Dateien müssen (ohne weitere Änderungen am Dateiformat) wieder als RTF gespeichert werden. Auch der Dateiname muss gleich bleiben.
  • Änderungswünsche müssen als Kommentare eingefügt werden.
  • Streichungen können über das Formatieren als durchgestrichener Text erfolgen.
  • Die Funktion des „Überarbeitens“ in Word darf nicht genutzt werden.
Der Lektor kommentiert und bearbeitet den Scrivener-Text in Word.

Der Lektor kommentiert und bearbeitet den Scrivener-Text in Word.

Änderungen verfolgen

Nachdem Sie von Ihrem Lektor das Dokument zurück erhalten haben, kopieren Sie die Dateien in den Ordner, den Sie für die Synchronisation vorgesehen haben. Wenn Sie das Projekt in Scrivener starten, zeigt Ihnen die Software an, dass Änderungen gefunden worden sind. Führen Sie also die Synchronisation aus.

Um sich die Kommentare anzusehen, nutzen Sie „Ansicht, Layout, Prüfer einblenden“. Damit blenden Sie sich auf der rechten Seite den Inspektor ein. Klicken Sie dort auf das Icon, das eine Sprechblase zeigt. Dies ist die Übersicht der Kommentare. Die Kommentare sind auch im Text markiert.

Kommentare aus Word werden in Scrivener sichtbar mit dem Inspektor.

Kommentare aus Word werden in Scrivener sichtbar mit dem Inspektor.

Textliche Änderungen finden Sie am besten über den Vergleich der Schnappschüsse. Im Dialog für die Synchronisation finden Sie die Option, dass vor dem Abgleich ein Schnappschuss der Datei angefertigt wird. Damit speichern Sie den aktuellen Zustand des Dokuments.

Erhalten Sie jetzt die Datei zurück, synchronisieren Sie und rufen sich den Inspektor auf (wie gerade beschrieben). Dort wechseln Sie mit einem Klick auf das Icon mit der Kamera zu den Snapshots. In der oberen Liste sehen Sie die gespeicherten Schnappschüsse. Markieren Sie dort den Eintrag, den Sie vor der Weitergabe an den Lektor angelegt haben. Danach drücken Sie auf „Vergleichen“. Innerhalb des Inspektors sehen Sie jetzt den überarbeiteten Text. Neuerungen sind blau markiert, gelöschte Bereiche rot und durchgestrichen.

Im Inspektor in Scrivener sehen Sie auch Textbearbeitungen über die Schnappschüsse.

Im Inspektor in Scrivener sehen Sie auch Textbearbeitungen über die Schnappschüsse.

Snapshot im Editor ansehen

Die Ansicht auf den Schnappschuss ist im Inspektor etwas klein. Teilen Sie den Bildschirm in Scrivener. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, während Sie den Snapshot aus der Liste nun in die Titelleiste eines geteilten Editors ziehen. Jetzt haben Sie mehr Übersicht.

Mit einem kleinen Trick sehen Sie den Vergleich der Snapshots im zweiten Editor in Scrivener.

Mit einem kleinen Trick sehen Sie den Vergleich der Snapshots im zweiten Editor in Scrivener.

Arbeiten Sie auch mit Scrivener? Wie lösen Sie das Überarbeiten mit externen Bearbeitern?

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Szenen oder Abschnitte in Scrivener zählen

Wie viele Szenen hat das Stück jetzt eigentlich schon? In wie viele Abschnitte gliedert sich der Stoff aktuell? Solche Fragen werden gar nicht selten an den Autor gerichtet. Und mit Scrivener beantworten Sie diese Frage sogar ganz automatisch.

Auf dem Mac wählen Sie „Scrivener, Einstellungen“. Wechseln Sie dann in das Register „Aussehen“. In der hundsmiserabel übersetzten Rubrik „Einfasser“ (damit ist der Binder gemeint) aktivieren Sie die Option „Zählung für Subdokumente“.

szenen-zaehlen-scrivener-01

Verlassen Sie die Einstellungen. Jetzt sehen Sie im Binder neben jedem Abschnitt die Zahl der Dokumente, die darunter angeordnet sind. Im Stammverzeichnis erhalten Sie damit zuverlässig die Information auf einem Blick, wie viele Szenen oder Abschnitte Sie begonnen haben.

szenen-zaehlen-scrivener-02

Die Funktion ist auch unter Windows verfügbar. Nutzen Sie „Werkzeuge, Optionen“. Wechseln Sie in den Abschnitt „Aussehen“ und im oberen Abschnitt des Dialogs den Eintrag „Zeige Statistiken der Teildokumente in der Mappe“. Mit „OK“ bzw. „Anwenden“ übernehmen Sie die neue Einstellung.

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Scrivener: Kompilieren Sie Dokumente – ganz nach Status

Mit der Option, den Dokumenten in Scrivener einen Status zuzuweisen, bietet Ihnen die Software ein flexibles Instrument an, um leichter den Überblick über den Grad der Fertigstellung eines Textes zu behalten. Ein Status kann aber auch dazu verwendet werden, zu steuern, ob der Text in der Kompilierung (dem Zusammenstellen) des finalen Werkes berücksichtigt werden soll.

Status in Scrivener zuweisen und bearbeiten

Den Status eines Dokuments ändern Sie am einfachsten mit einem Rechtsklick auf dessen Eintrag im „Binder“. Dieser heisst gleichermaßen in der aktuellen Mac- und Windows-Version „Mappe“. Entscheiden Sie sich anschließend für einen der vorhandenen Einträge oder wählen Sie „Bearbeiten“ aus.

Im nachfolgenden Dialog legen Sie einen individuellen Status mit einem Klick auf das Pluszeichen an. Um einen Eintrag zu entfernen, markieren Sie diesen und drücken auf „Minus“. Um die Beschriftung zu bearbeiten, genügt ein Doppelklick.

Ich persönlich nutze Scrivener natürlich auch zum Bloggen. Dabei erhalten erste Ideen oder Notizen den Status „Neu“. Ist der Text geschrieben, muss aber noch bearbeitet werden, setze ich „Review“. Und erst wenn das Dokument zu einem Blogartikel werden soll (wobei ich das Markdown-Format nutze), erhält das Dokument den Status „Publish“. Danach wandert das Dokument in einen anderen Ordner der Mappe und erhält den Status „Archiv“.

Dokument in Scrivener kompilieren – ganz nach Status

Das Kompilieren in Abhängigkeit des Status eines Dokuments ist derzeit noch der Mac-Version von Scrivener vorbehalten. Starten Sie den Vorgang mit „Datei, Zusammenstellen“. Im Register „Inhalt“ markieren Sie am unteren Rand die Option „Filter“.

Aus den nächsten beiden Listenfeldern entscheiden Sie sich für „Einschließen“ und „Dokumente mit Status“. Im letzten Feld markieren Sie den gewünschten Status. Jetzt sollten die betroffenen Dokumente in der Liste auftauchen.

scrivener-kompilieren-01

Sie können jetzt die weiteren Optionen des Dialogs durchgehen, bis Sie schließlich mit dem Kompilieren beginnen.

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So finden Sie als Autor Ihre Textverarbeitung

Schreiben Sie mit Microsoft Word? Machen Sie das, weil die Software bereits auf Ihrem Computer installiert war, und tun Sie es wirklich gern? Ich selbst habe meine ersten Berufsjahre mit Word verbracht. Ich kenne das Programm immer noch gut und ich habe auch unzählige Stunden von Mehrarbeit hinter mir, weil Filial- und Zentraldokumente nicht so wollten, wie geplant und sich ganze Layouts durch das Einfügen von Abbildungen verschoben.

Je länger ich mit der Software gearbeitet habe, desto mehr wünschte ich mir Alternativen dazu. Und wer heute als Autor nach anderen Schreibprogrammen sucht, findet inzwischen eine beachtliche Vielfalt. Für den Mac zum Beispiel u.a.

  • Scrivener – Writer Pro
  • Byword
  • Mellel
  • Nissus
  • Ulysses III

Natürlich könnten Sie jetzt einfach die unzähligen Testversionen auf Ihren Rechner laden und einfach mit den Programmen experimentieren. Aber Hand aufs Herz. Haben Sie so viel Zeit? Zeit, die Sie vom eigentlichen Schreiben abhält?

Viel sinnvoller ist es, wenn Sie sich bereits vorab ein paar Gedanken darüber machen, welche Funktionen Sie sich wünschen und benötigen.

Wer sich etwas intensiver mit den verschiedenen Programmen auf dem Markt beschäftigt, stellt schnell fest, dass diese durchaus unterschiedliche Schwerpunkte besitzen und mit Zusatzfunktionen aufwarten. Ein paar Anregungen für Sie:

  • Vollbildansicht: Benötigen Sie einen besonderen Modus für das »ablenkungsfreie Schreiben«. Dabei füllt sich die gesamte Arbeitsfläche mit der Software und Sie sehen nur Ihren Text vor sich. Ich persönlich mag eine solche Ansicht sehr, andere fühlen sich davon wieder eher abgestossen.
  • Organisation von Material: Müssen Sie neben Ihren Texten viel Recherchematerial verwalten? Zum Beispiel Texte aus dem Internet oder auch externe Dateien?
  • Bloggen Sie?: In diesem Fall wäre es natürlich praktisch, wenn das Programm eine direkte Schnittstelle zu Ihrem Blog besitzt oder zumindest mit möglichst wenig Aufwand HTML-Code exportieren.
  • Benötigen Sie ein bestimmtes Text-Format?: Vielleicht haben Sie sich dazu entschieden, Texte in Markdown zu verfassen. Oder Sie haben von Ihrem Hausverlag eine Vorgabe für ein besonders Textformat erhalten. Im Falle von Markdown etwa, lohnt es sich immer, das Programm etwas genauer zu testen, denn längst nicht alle Anwendungen bietet auch die vollständige Unterstützung des Formats an.
  • Planen Sie E-Books zu veröffentlichen?: Dann wäre es ideal, wenn die Software zumindest EPUB direkt exportieren kann und über Eingabemasken und Funktionen verfügt, um die Eigenschaften des Buches möglichst im Detail festzulegen.

Wenn Sie Ihre Wünsche mit den Produktbeschreibungen der Programme vergleichen, werden dadurch bereits einige aus der Wahl herausfallen. Besorgen Sie sich von den Programmen, deren Oberflächen Ihnen in den Beschreibungen zusagen, Testversionen. Ich würde Ihnen aber nicht zu mehr als drei Programmen raten.

Mit den Demoversionen arbeiten Sie jetzt jeweils fünf Tage lang. Probieren Sie in aller Ruhe die Funktionen aus. Nicht nur die, die Sie am meisten interessieren. Exportieren Sie Dateien, erstellen Sie Listen und Gliederungen, nummerieren Sie Ihre Kapitel und Abschnitte. Testen Sie auch die Funktionen für die Überarbeitung. Können Sie schnell ganze Abschnitte umstellen und auch neu nummerieren?

Probieren Sie zusätzlich auch die Möglichkeiten aus, das Programm mehr an die eigenen Wünsche anzupassen. Welche Individualisierungsfunktionen gibt es? Können Sie sich eine Ansicht auf Ihre Texte einrichten, mit der Sie sich rundherum wohl fühlen, zum Beispiel durch das Einstellen von verschiedenen Zoomfaktoren oder anderen Schriftarten? Vernachlässigen Sie aber auch die technische Seite nicht. Haben Sie zum Beispiel Einfluss auf den Export der Daten?

So werden Sie Ihren Favoriten finden! Garantiert!

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Buch zu Scrivener – Gewinnen Sie 1 von 5 Exemplaren!

Wenn das Ergebnis wochenlanger Arbeit endlich vor einem liegt, ist das immer ein schönes Gefühl. Und vor wenigen Tagen brachte der Paketbote endlich die Belegexemplare meines Buches zu Scrivener.

“Scrivener – Texte professionell konzipieren, schreiben und veröffentlichen” ist bei mitp erschienen. Es sind darin meine Erfahrungen aus der Arbeit mit der Software aus den vergangenen Jahren eingeflossen. Alle Beispiele stammen aus meinem derzeit in Arbeit befindlichen Büchlein zu Thema Eishockey.

Beim Schreiben des Buches ging es mir weniger darum, Ihnen eine deutsche Übersetzung des Handbuches zu liefern, sondern eher einige typische Arbeitssituationen vorzustellen. Ich zeige Ihnen darin unter anderem:

  • Einrichtung der Arbeitsumgebung
  • Sammeln von Material
  • Gliederungen anlegen
  • Kompilieren für E-Books und Word
  • Die Arbeit mit Markdown
  • Den Umgang mit der Ersetzungsfunktion

Das Buch ist ab sofort im Buchhandel zu bekommen. Und bis zum 15.10.2013 haben Sie die Chance, hier eines von fünf Exemplaren zu gewinnen. Dazu schreiben Sie einfach in den Kommentaren, warum gerade Sie das Buch besonders gut gebrauchen könnten. Als Absender bitte Ihren Namen und Ihre Mailadresse (diese wird nicht veröffentlicht) nicht vergessen. Sofern mehr als 5 Kommentare hinterlassen werden, muss der Zufallen entscheiden.

Wer nicht so lange warten möchte, kann das Buch aber auch direkt bei Amazon bestellen:

Scrivener clever für Multi-Monitor-Betrieb einrichten

Viele Besitzer eines Notebooks schließen den Rechner zu Hause oder im Büro an einen externen Monitor an. Kommt es Ihnen dann nicht auch wie Verschwendung vor, wenn Sie Scrivener in den „Composition Mode“ schalten, und der Bildschirm des Notebooks einfach auch dunkel wird?

Mit diesen Einstellungen richten Sie Scrivener so ein, dass Sie auf dem Monitor Ihr Dokument bearbeiten, während das zweite Display nach wie vor den Zugriff auf alle anderen Bereiche des Programms erlaubt.

Rufen Sie sich die Einstellungen von Scrivener auf. Wechseln Sie in das Register „Compose“. Deaktivieren Sie die Option „Hide main window in composition mode“. Dafür klicken Sie in das Feld vor „Use secondary screen if available“. Schließen Sie die Optionen.
Optionen in Scrivener Multi-Monitor-Betrieb

Wenn Sie jetzt den Kompositionsmodus nutzen wollen, schieben Sie das Programmfenster auf den Bildschirm des Notebooks. Dieser wird von Scrivener damit als „Erster Bildschirm“ gesehen. Haben Sie den Kompositonsmodus aufgerufen, füllt dieser jetzt den Bildschirm des externen Monitors. Gleichzeitig bleiben aber alle Bereiche von Scrivener im vollen Zugriff. Also auch der Binder oder die Gliederungsansicht.

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So wandeln Sie in Scrivener Ihr Manuskript zum Kindle E-Book um

Verschiedene Wege führen vom Manuskript aus Scrivener zum fertigen E-Book im Kindle-Format. Am schnellsten kommen Sie voran, wenn Sie als Ausgangsbasis eine der mitgelieferten Vorlagen einsetzen. Entscheiden Sie sich für „Novel“ sind bereits alle Elemente angelegt, die beim Kompilieren in ein E-Book nützlich sein können. Oder aber Sie gehen Schritt für Schritt mit einer leeren Vorlage vor, wie in diesem Artikel beschrieben

Sie benötigen zwei zusätzliche Anwendungen

Für die Veröffentlichung auf der Kindle-Plattform benötigen Sie zwei weitere Programme. Zum einen eine Software, die aus Ihrem Text das eigentliche E-Book produziert. Der Kindle Generator (kindlegen) wird für Windows, Mac und sogar Linux angeboten.

Es ist eine schmucklose Software, die ohne grafische Oberfläche auskommen muss und nur auf der Kommandozeile läuft. Glücklicherweise kümmert sich Scrivener aber um alle Details des Funktionsaufrufs.

Amazon bietet auch eine Software an, mit der Sie sich eine Vorschau eines E-Books ansehen können. So können Sie sich vor dem Hochladen auf die Plattform davon überzeugen, dass alles soweit ansprechend aussieht.

Der Kindle Previewer ist nur für Mac und Windows zu bekommen. Sie finden beide Programme auf der Seite http://www.amazon.de/veröffentlichen-auf-kindle-ebooks-kindle als Download angeboten.

Der Kindle Generator ist in einem einfachen Archiv verpackt. Sie können dessen Inhalt in einen beliebigen Ordner auf Ihrem Computer verschieben. Schreiben Sie sich den genauen Ort auf oder merken Sie sich den Pfad zu der Datei, da Sie diesen später in Scrivener hinterlegen müssen.

Organisieren Sie Ihr Manuskript sinnvoll

Bei der Erzeugung eines E-Books erleichtern Sie sich die Arbeit, wenn Sie die Datei im Binder nach einem bestimmten Schema organisieren.

Legen Sie einen Ordner mit der Bezeichnung Front Matter an. Darunter werden Elemente zusammengefasst, die im E-Book vor dem eigentlichen Inhalt erscheinen sollen. Viele Reader sind dennoch so konfiguriert, dass dieser Teil, der meist ein Titelblatt sowie wenigstens ein Impressum enthält, nur auf Anforderung des Nutzers eingeblendet wird, während das Buch zum Lesen direkt mit dem Text beginnt. Sie könnten in diesen Bereich auch eine Abbildung für das Cover hinterlegen. Da Sie die Cover-Datei aber auch noch einmal separat sowohl in Scrivener als auch bei Amazon selbst definieren können, ist das nicht unbedingt notwendig.

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Von Scrivener zum Kindle – Schritt für Schritt

Starten Sie das Kompilieren über „File, Compile“ und entscheiden Sie sich „Kindle eBook“ am unteren Rand des Dialogs. Legen Sie im Abschnitt „Contents“ zunächst die Bereiche des Manuskripts fest, die in E-Books erscheinen sollen. Achten Sie dabei auf die Option „Add front matter“ am unteren Rand. Setzen Sie einen Haken in dieses Optionsfeld und wählen Sie den Ordner aus, der die ergänzenden Elemente enthält.

Zusammenstellung des Contents in Scrivener für den Kindle

Wechseln Sie in den Abschnitt „Cover“ und wählen Sie die vorbereitete Bild-Datei für den Umschlag aus. Wenn Sie in der Liste keinen Eintrag vorfinden, bedeutet dies lediglich, dass Sie keine Bilddatei in das Projekt importiert haben. Dieser Schritt ist aber zwingend notwendig. Schieben Sie die Umschlagabbildung also aus dem Finder oder dem Explorer mit der Maus in die Projektdatei und versuchen Sie die Auswahl erneut.

Im Abschnitt „Layout“ aktivieren Sie im oberen Bereich die Option „Book begins after front matter“ und auch „Generate HTML-Table of contents“. Zusätzlich können Sie dort auch den Namen für das Inhaltsverzeichnis ändern.

Layoutangaben für Kindle-EBook in Scrivener

Der Abschnitt „Meta-Data“ ist speziell. Dort tragen Sie die Basisinformationen zum Buch ein. Dazu gehören:

  • Titel des Werks
  • Name des Autoren
  • Kürzel der im Buch verwendeten Sprache
  • Beschreibung des Inhalts
  • Name des Publishers (falls nicht mit dem Autoren identisch)

Jetzt können Sie erstmals kompilieren. Scrivener weist sie rechtzeitig darauf hin, dass Sie für das Kindle-Format auch das offizielle Programm von Amazon auf dem Rechner haben müssen. Wenn es soweit ist, wechseln Sie einfach in das Verzeichnis, das den Konverter enthält und markieren Sie die Datei.

Meta-Daten für Kindle-Ebook in Scrivener

Ergebnis kontrollieren

Ist der Vorgang abgeschlossen, kommt also erstmals das Programm „Kindle Previewer“ zum Einsatz. Öffnen Sie die gerade angelegt Datei und begutachten Sie das Ergebnis.

Kontrollieren Sie:

  • Beginnt das Buch tatsächlich nach den Elementen des „Front Matters“. Sind alle Elemente, die Sie darin angelegt haben, auch sichtbar?
  • Fehlen im Inhaltsverzeichnis Kapitel? Dann sehen Sie nach, wie Sie die verschiedenen Bereiche unter „Separators“ geteilt haben. Und überprüfen Sie, ob Sie die Abschnitte überhaupt zum Kompilieren ausgewählt haben und auch den Titel übernehmen lassen wollten.
  • Wenn Sie auf dem Kindle zwischen den Bereichen navigieren wollen, zeigt Ihnen das Gerät nichts an? Aktivieren Sie unter „Layout“ auch die Einrichtung eines „Navigation Controls (NCX), den manche E-Reader auswerten, statt die HTML-Seiten zu öffnen.

Zu den größten Problemfällen gehören aber mit Sicherheit Grafiken und Abbildungen. Wird die Abbildung gar nicht erst angezeigt, müssen Sie überprüfen, ob diese tatsächlich in der Projektdatei enthalten ist. Ausserdem geht Amazon von diesen Grenzen in Bezug auf Grafiken aus:

  • 127 KB Dateivolumen pro Bild.
  • 500 x 600 Pixel maximale Abmessungen.

Der Wert für die maximale Größe von Abbildungen resultiert auch aus der Tatsache heraus, dass auf dem Bildschirm auch Platz für die Navigationselemente benötigt werden.

Korrigieren Sie bei Bedarf die Fehler und kompilieren Sie die Datei erneut.

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So produzieren Sie ansprechende E-Books mit Markdown und Pandoc

Wenn Sie ein E-Book schreiben wollen, müssen Sie nicht gleich zu einem der großen Office-Boliden oder zu einer Software für Schriftsteller greifen. Schon mit einem Texteditor, etwas Markdown und einem wunderbar kleinem Programm, das für Linux, Mac und Windows gleichermaßen angeboten wird, lassen Sie Ihren Gedanken freien Lauf und erhalten als Lohn ein E-Book.

Was ist Markdown?

Ich habe an dieser Stelle bereits häufiger über das Semantische Schreiben mit Markdown geschrieben. Deshalb nur sehr kurz zusammengefasst:

  • Markdown speichert Dokument in einfachen Textdateien. Ein Format, das seit Jahrzehnten bewährt ist und auf jedem System gelesen werden kann.
  • Markdown ist eine sehr einfache Markup-Sprache, mit der Sie mittels kurzer Befehle aus jedem Text HTML-Dokumente oder PDF-Dateien erzeugen können.

Pandoc – Konverter für Markdown in andere Formate

Würde man Pandoc lediglich als Konverter für Markdown beschreiben, täte man der Software eigentlich unrecht. Ich werde das Werkzeug mit Sicherheit noch einmal in einem ausführlicheren Beitrag vorstellen. Deshalb beschränke ich mich in diesem Artikel auf einen Teilaspekt des Programms.

Pandoc ist eine Software für die Kommandozeile. Sowohl unter Windows, Linux als auch OS X müssen Sie es in einem Terminal bzw. der Eingabeaufforderung starten und ihm Parameter übergeben.

Als Lohn der Mühe setzen Sie auf ein Stück Software, das Ihren Markdown-Text in viele zusätzliche Formate konvertieren kann. Zu den drei interessantesten zählen sicherlich:

  • ODT (Also Dateien für LibreOffice)
  • DOCX (Dokumente für die aktuellen Versionen von Word)
  • EPUB (das freie Format für elektronische Bücher)

Markdown-Dateien vorbereiten

Der EPUB-Standard sieht vor, dass die E-Book-Datei zumindest einen Titel enthält. Notieren Sie in der ersten Datei, aus der Sie Ihr E-Book zusammenstellen wollen, einen solchen Block:


% Buchtitel
% Autor
% Erscheinungsdatum

Also zum Beispiel:

% E-Books mit Pandoc
% Stephan Lamprecht
% 2013-07-25

Cover-Abbildung nutzen

Zu einem professionellen E-Books gehört auch eine Cover-Abbildung. Das Cover zählt zu den ersten und wichtigsten Eindrücken zu einem Buchtitel in einem Online-Shop, da bilden auch E-Books keine Ausnahme. Ich rate Ihnen dazu, die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, in das E-Book eine Cover-Abbildung zu integrieren.

E-Book-Reader und Programme zur Verwaltung von E-Books erwarten bei einer Cover-Abbildung, dass Sie sich an diese Begrenzungen halten:

  • Proportionen 3:4 oder 2:3
  • Horizontal zwischen 500 und 1000 Pixel
  • Format: JPG oder PNG

Die Datei legen Sie am besten in das gleiche Verzeichnis, in dem Sie auch die Markdown-Dateien für die Produktion abgelegt haben.

Einfacher Funktionsaufruf für E-Book Produktion

Der Aufruf für die Produktion eines E-Books in Pandoc sieht damit so aus:

pandoc kap1.txt kap2.txt kap3.txt -t epub3  - - epub-cover-image
mein_tolles_bild.png -o buchtitel.epub

Wenn Sie das EPUB-Format 2 vorziehen, können Sie auf den Parameter -t epub3 verzichten, da Pandoc anhand der Extension der Ausgabedatei ohnehin erkennt, dass Sie ein E-Book herstellen wollen.

Meta-Daten im E-Book hinterlegen

Zu einem professionellen E-Book gehören auch Meta-Informationen, in denen sich Angaben zur verwendeten Sprache befinden sowie Infos zum Copyright. Die Daten müssen dem Dublin Core Metadata Element Set entsprechen. Die Datei könnte etwa so aufgebaut sein:

<dc:rights>Copyright 2013 Stephan Lamprecht</dc:rights>
<dc:description>Tolles E-Book zu Pandoc</dc:description>
<dc:language>de</dc:language>
<dc:publisher>Lifehacker Verlag</dc:publisher>
<dc:identifier id="ISBN">1234567890123</dc:identifier>

Wenn Sie eine solche Datei beim Kompilieren mit Pandoc einbinden wollen, nutzen Sie dazu den Parameter --epub-metadata.

Layout beeinflussen und Schriften einbinden

Wenn Sie ein E-Book produzieren, können Sie sich auf die Optionen und Einstellungen des E-Book-Readers verlassen, oder im Falle eines E-PUB auch eigene Schriftarten definieren und mitliefern. Dazu müssen Sie eine so genannte CSS-Datei anlegen. Sie übernimmt die Rolle einer externen Formatvorlage und regelt das Erscheinungsbild des Buches. Legen Sie mit einem Editor eine einfache Textdatei an. Nutzen Sie dafür nicht Word oder eine andere Textverarbeitung, sondern tatsächlich einen Editor. Diese Datei trägt die Endung *.css, also etwa mein_stil.css.

Die meisten E-Book-Reader haben die unsägliche Angewohnheit, Texte generell im Blocksatz darzustellen. Nur leider sind die Funktionen zur Silbentrennung und dem Randausgleich so rudimentär, dass es in den Texten hässliche Löcher gibt. Das sieht alles nicht schön aus und behindert eher den Lesefluss. In der CSS-Datei können Sie festlegen, dass Ihr Text generell linksbündig gesetzt wird, setzen sich also über die Definition hinweg. Dazu notieren Sie in der Datei:

body, p  {
text-align: left;
}

Mit dieser einfachen Syntax haben Sie die Ausrichtung im Buch bereits geändert. Die Ausrichtung „left“ bezieht sich dabei auf HTML-Befehle, die im E-Book versteckt sind.

Auf ähnliche Weise können Sie auch eigene Schriftarten in das Buch integrieren. Diese müssen dann aber auch in der Datei ausgeliefert, also an den Leser weitergegeben werden. Deswegen dürfen Sie dazu auch nur Schriftarten verwenden, in deren Lizenzbedingungen die Weitergabe gestattet ist. Die Verwendung eigener Schriftarten erfolgt in zwei Schritten.

Zunächst definieren Sie die Schrift in der CSS-Datei:

@font-face {
font-family: SourceSansPro;
font-style: normal;
font-weight: normal;
src:url("SourceSansPro.ttf");
}

Damit haben Sie die freie Schriftart von Adobe im einfachen Schriftschnitt integriert. An einer weiteren Stelle der Datei müssen Sie jetzt auch aktivieren, dass die Schrift verwendet wird:

body {
font-family: "SourceSansPro";
}

Der zweite Schritt besteht darin, dass Sie die Schriftarten in das gleiche Verzeichnis legen, in dem sich auch Ihre Quelldokumente befinden. Damit Pandoc die Schriften auch in das E-Book verpackt, müssen Sie für jede Schriftart, die Sie einbinden wollen, einen zusätzlichen Parameter übergeben:

--epub-embed-font SourceSansPro.ttf

Pandoc-Aufruf für professionelle E-Books

Damit kann der Aufruf für Pandoc eine recht umfangreiche Sache werden. Ich rate Ihnen, den Funktionsaufruf in Ruhe in einem Editor zu formulieren und dann in das Terminal (Konsole) über die Zwischenablage einzufügen. Wenn Sie sich verschrieben haben, müssen Sie dann nur eine Position korrigieren und nicht gleich immer alles manuell von vorn eingeben. Wichtig ist dabei, dass die Eingaben in einer Zeile erfolgt, auch wenn es an dieser Stelle anders aussieht. Das Terminal kümmert sich selbst um den Umbruch im Fenster. Der exemplarisch Aufruf kann dann so aussehen:

pandoc --smart -t epub3 -o meinbuch.epub
--epub-metadata meta-data.xml --epub-stylesheet mein_stil.css
--epub-embed-font SourceSansPro-Regular.ttf
kapitel_1.md kapitel_2.md 

Wenige Augenblicke später präsentiert Ihnen Pandoc Ihr eigenes E-Book.

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