Archiv | Arbeitstechnik

In Word schreiben, Markdown speichern – Writage

Ich gebe es unumwunden zu. Word nutze ich nur noch selten. Beruflich habe ich natürlich nach wie vor damit zu tun, etwa wenn ich einen Artikel rund um das Office-Paket verfasse. Aber ein solcher Artikel entsteht dann mit einer anderen Software. Das liegt auch daran, dass ich intern nur noch das Markdown-Format verwende. Und das wird von Microsoft ja nicht unterstützt.

Das ändert sich mit dem Programm Writage, das derzeit kostenlos angeboten wird. Es arbeitet als Add-in für Word und rüstet die Markdown-Funktion für Word (getestet mit 2013 und 2010) nach.

Einfache Installation – Pandoc notwendig

Die Installation und Einrichtung von Writage ist sehr einfach und stellt auch Computerneulinge vor keine Probleme. Sie laden sich die aktuelle Version von der Homepage des Projekts auf Ihren Rechner und beginnen die Installation mit einem Doppelklick.

Writage nutzt im Hintergrund Pandoc. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, weist das Setup-Programm Sie darauf hin. Sie werden dann auf die Pandoc-Seite verwiesen und laden sich die aktuelle Version von dort auf Ihren Rechner.

Schreiben wie gewohnt – Markdown speichern

Writage wendet sich an alle Autoren, die von den Vorzügen des Markdown-Formats überzeugt sind, aber weder Lust noch Zeit haben, sich in die Syntax einzuarbeiten. Sie können wie gewohnt in Word schreiben und den Text mit den Funktionen der Werkzeugleisten formatieren.

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Das funktioniert soweit auch bereits mit dieser ersten Version von Writage sehr gut. Problemlos und intuitiv werden diese Formate verstanden:

  • Überschriften
  • Links (werden als Inline-Links umgesetzt)
  • Auszeichnungen wie fett, kursiv und unterstrichen
  • Tabellen
  • Fußnoten

Probleme bereiten derzeit noch Code-Blöcke. Werden die Codezeilen mit einem Tabulator eingerückt, hat dies im finalen Markdown-Text keine Auswirkungen.

Um den Text mit einem beliebigen Markdown-Editor bearbeiten zu können, nutzen Sie in Word einfach den Befehl „Speichern unter“. In der Liste der Formate markieren Sie „Markdown“. Der exportierte Text kann mit jedem beliebigen Markdown-Editor bearbeitet werden.

Markdown-Text bearbeiten

Erhalten Sie Markdown-Texte anderer Autoren, öffnen Sie diese direkt in Word. Sie müssen dort ebenfalls lediglich im Feld „Format“ die Option „Markdown“ aktivieren. Nun greift Writage auf eine Formatvorlage zurück, die dann auch Formate für die eher selten genutzten Auszeichnungen enthält. Ich glaube aber, dass der Entwickler sicherlich noch im Laufe der Zeit eine Dokumentation nachreicht oder eine entsprechende Vorlage freigibt.

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Fazit

Mit Writage liegt ein ganz interessanter Ansatz für alle Nutzer vor, die etwa Markdown-Texte an andere Autoren weitergeben wollen, die nach wie vor mit Word arbeiten wollen. Die Konvertierung jedenfalls funktioniert bereits für eine so frühe Version sehr gut.

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Zwei kurze Tipps zu Scrivener

Wie schon häufiger an dieser und anderer Stelle geschrieben, entstehen alle Artikel, Blogbeiträge oder Bücher mit Scrivener. Durch Zufall oder Ausprobieren sind Sie bestimmt auch schon einmal auf Funktionen gestoßen, die weder im Handbuch noch der Hilfe eines Programms beschrieben waren. Dazu zählen während der Arbeit mit Scrivener in meinem Fall:

Titel des Dokument per Shortcut ändern

Da drückt man einmal eine falsche Tastenkombination und schon hat sich der Text des Dokuments geändert. In Scrivener für den Mac können Sie das aktuelle Dokument durch markierten Text umbenennen. Dazu drücken Sie cmd-alt-umschalt-t.

Internet-URL schneller in Research-Ordner aufnehmen

Gerade Sachbuchautoren lieben die Funktionen in Scrivener, mit denen Material organisiert und gesammelt werden kann. Dazu gehören auch Internetseiten. Und so fügen Sie Internetdokumente noch schneller in Scrivener ein. Markieren Sie im Browser das Icon in der Adressleiste. Klicken Sie und ziehen Sie das Icon jetzt im Binder auf den Ordner „Research“. Fertig.

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Machen Sie das Schreiben im Café zum Erfolg

Ich habe die Schilderungen von Schriftstellern, die gern und viel in einem Kaffeehaus gearbeitet haben, immer gern gelesen. Ich fand die Idee faszinierend, konnte mich selbst aber nicht so recht schreibend in einem Kaffeehaus vorstellen.

Natürlich hatte ich schon häufiger unterwegs gearbeitet und auch immer wieder gute Erfahrungen mit diversen DB-Lounges bundesweit gemacht. Aber dort habe ich geschrieben, um Wartezeiten produktiv zu nutzen. Unterwegs war ich ja ohnehin. Aber nur deshalb ein Kaffeehaus aufsuchen, um dort zu arbeiten?

Doch eines Tages war es so weit: Ich saß mitten an einem umfangreicheren Artikel, dessen Abgabefrist nahte. Bedauerlicherweise hatten sich allerdings die Stadtwerke dazu entschlossen, unmittelbar gegenüber von unserem Haus unter starkem Getöse tiefe Löcher in die Erde zu graben. An konzentriertes Arbeiten war schlicht nicht zu denken. Also packte ich mein Macbook ein und lief einige Schritte zu einem Kaffeehaus, das kostenfreies WLAN versprach.

Und…ich war begeistert.

Ich kam nicht nur sensationell mit dem Artikel voran. Nein, ich schrieb auch gleich noch einen Blogbeitrag. Dort zu sitzen, nur den Computer vor sich zu haben, aber beim Blick aus dem Fenster das Treiben der Menschen mitten im Zentrum meines Wohnortes zu beobachten – die Atmosphäre inspirierte mich. Es war so, als hätte allein der Wechsel der Perspektive viele Energien freigesetzt.

Seitdem bin ich immer wieder gern zum Wiederholungstäter geworden. Denken Sie dabei aber an einige (mehr oder weniger) naheliegende Regel, die Sie befolgen sollten, damit das Arbeiten unterwegs auch erfolgreich wird.

  • Denken Sie an die anderen Gäste: Lautes Getippe kann auf die Dauer schon ganz schön auf die Nerven gehen. Hacken Sie also nicht und „breiten“ Sie sich an Ihrem Platz auch nicht aus.
  • Vermeiden Sie den Eindruck, dass Sie nur wegen des kostenlosen WLAN gekommen sind. Bestellen Sie regelmäßig etwas und geben Sie am Ende des Tages auch ein fürstliches Trinkgeld. Das macht Sie aus Sicht des Personals zu einem Gast, der gerne gesehen wird. Und das macht vieles leichter.
  • Stellen Sie eine Verbindung zum Personal her: Versuchen Sie die Namen des Personals in Erfahrung zu bringen. Loben Sie den Ort, an dem Sie arbeiten. Wenn Sie etwas bestellen, erzählen Sie beiläufig, woran Sie arbeiten. Auch das trägt dazu bei, dass das Personal Sie nicht als Störung betrachtet.
  • Ihre Arbeitsmittel locken mit Sicherheit auch Langfinger an. Auch wenn Sie gute Beziehungen mit dem Personal unterhalten, werden die schlicht nicht immer die Zeit haben, „kurz“ auf Ihre Sachen aufzupassen. Besorgen Sie sich also eine Diebstahlsicherung für Ihren Computer und nehmen Sie andere Dinge mit in den Waschraum, wenn Sie sich erfrischen wollen.

So gewappnet entdecken Sie vielleicht eine völlig neue Arbeitsumgebung für sich.

Wie steht es mit Ihnen? Welche Erfahrungen haben Sie beim Schreiben an öffentlichen Plätzen gesammelt?

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So konzentrieren Sie sich besser auf das Schreiben

Wer es nicht selbst probiert hat, unterschätzt wahrscheinlich die Herausforderung, an einem umfangreicheren Werk zu schreiben. Und mit ziemlicher Sicherheit unterschätzt auch Ihr persönliches Umfeld die Schwierigkeiten und Probleme auf dem Weg zum Buch oder Fachartikel.

Ich selbst schreibe nun seit mehr als zwei Jahrzehnten professionell und bin durch viele Hochs und Tiefs in meinen Schreibprozessen gegangen. Dabei haben mir aber immer stets drei Grundregeln weitergeholfen:

Regel 1: Schreiben Sie an einem aufgeräumten Arbeitsplatz!

Ich fühle mich zwar reichlich alt, wenn ich das schreibe, aber meine ersten Artikel und umfangreicheren Arbeiten sind noch einer Schreibmaschine entstanden. Doch bereits damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich einfach viel flotter und konzentrierter geschrieben habe, wenn sich keine weiteren Ablenkungen auf meinem Schreibtisch befanden, außer vielleicht noch einem Blatt mit Notizen. Das ist auch heute noch so. Bei schönem Wetter schreibe ich gern auf der Terrasse und empfinde es als ungeheurer fokussierend, wenn auf dem Tisch nur mein Macbook steht (und gelegentlich auf eine Tasse mit einer Kaffeespezialität). Arbeite ich am Schreibtisch und schaue dabei auf meinen Monitor, befinden sich ganz bewusst keine weiteren Gegenstände daneben.
Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht so fokussiert zu arbeiten, wie Sie es könnten, verbannen Sie optische Ablenkungen auf Ihrem Tisch.

Oder räumen Sie auf, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Das Aufräumen kann sich dabei zu einem Ritual entwickeln, das Sie vielleicht sogar in die richtige „Stimmung“ versetzt.

Regel 2: Keine Ablenkungen und keine anderen Arbeiten!

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Regel gemacht, mich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich. Ich schlage also nicht etwas im Internet nach oder arbeite an der Struktur des Textes. Meine Recherchen sind in diesem Moment abgeschlossen.

Komme ich an einer Stelle nicht weiter, mache ich einen Vermerk in den Text und beschaffe mir die notwendigen Informationen später.

Außerdem schalte ich WLAN aus und schließe andere Anwendungen auf dem Mac, um nur mit dem Text allein zu sein.

Das kann die ersten Male eine eher verstörende Erfahrung sein. Das liegt aber auch daran, dass die meisten von uns, sich selbst über die Jahre daran gewöhnt haben, ständig abgelenkt zu sein. Der flüchtige Blick auf das Handy oder schnell einen Tweet absenden. Schränken Sie sich selbst ganz bewusst in Ihren Möglichkeiten ein und Sie werden schnell bemerken, dass Sie viel besser vorankommen werden.

Regel 3: Schreiben Sie, der Rest kommt später

Eine Redaktion oder ein Verlag wird Sie natürlich auch daran messen, in welchem Zustand Sie Ihr Manuskript abliefern. Haben Sie die eventuell zur Verfügung gestellte Formatvorlage korrekt eingesetzt? Haben Sie (möglichst) alle Tipp- und Grammatikfehler erfolgreich getilgt? Das alles trägt zum Gesamteindruck Ihrer Arbeit bei.

Während Sie schreiben, spielt das aber alles eher eine untergeordnete Rolle. Natürlich sollen und dürfen Sie ganz offensichtliche Tippfehler unmittelbar korrigieren.

Aber darauf zu achten, dass Sie während des Schreibens auch bereits die korrekte Vorlage für den Absatz ausgewählt haben, ist unwichtig. Das können Sie später immer noch kontrollieren und den Text überarbeiten.

Die Einhaltung dieser Regel verschafft Ihnen auch mehr Freiheit bei der Wahl Ihres Werkzeugs. Denn wenn Sie ohnehin am Ende formatieren, können Sie mit dem Programm arbeiten, das Sie beim Schreiben am besten unterstützt. Sie sind vom Vollbildmodus von Ulysses begeistert?

Dann setzen Sie das Programm ein, wenn es Ihnen beim Fokussieren hilft. Den exportierten Text formatieren Sie später dann einfach nach den Wünschen Ihrer Auftraggeber.

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So arbeiten Sie als Autor mit einer Redaktion zusammen

Eine Frage, die mir von meinen Lesern häufiger gestellt wird, widmet sich dem Alltag in der Zusammenarbeit mit Redaktionen. Denn viele Autoren würden gern über ihr Fachgebiet in einem (Online-)Magazin schreiben. Aber wie stellen Sie als Freelancer den ersten Kontakt her. Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?

Den ersten Kontakt herstellen

Zum ersten Mal mit einer Person in Kontakt zu treten, ist immer der schwerste Schritt. Das gilt auch bei der Platzierung eigener Artikel in einem Fachmedium.

Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass Sie sich umfassend informiert haben, und inzwischen bereits über eine Liste von Zeitschriften und Webseiten verfügen, die als potentielle Abnehmer Ihrer Beiträge in Betracht kommen.

Sehen Sie sich das Impressum des Objekts an. Größere Redaktionen sind nach Sachgebieten organisiert. Suchen Sie sich hier Ihren Ansprechpartner heraus. Wenn die Redaktion so organisiert ist, dass Ihr Fachgebiet von mehreren Redakteuren betreut wird, wenden Sie sich nicht gleich an den Leiter. Er ist durch Personalverantwortung und organisatorische Aufgaben extrem angespannt. Schreiben Sie besser einen seiner Mitarbeiter an.

Themenvorschläge einreichen

Für den ersten Kontakt habe ich persönlich gute Erfahrungen mit der E-Mail gemacht. Im hektischen Alltag, der in den meisten Redaktionen herrscht, wird Ihr Ansprechpartner nicht so einfach aus seinen Abläufen herausgerissen. Wenn Ihnen das lieber ist, können Sie natürlich auch anrufen. Das dauert meist aber viel länger, da einige Versuche notwendig sein werden.

  • Stellen Sie sich (kurz!!!) vor: Dabei sollte der Bezug zum Thema des Ressorts oder des Magazins deutlich werden.
  • Stellen Sie ein Thema für einen Artikel (auch kurz!) vor. Worum geht es? Welchen (neuen) Aspekt des Themas werden Sie untersuchen? Warum ist das relevant für das Magazin?
  • Nennen Sie einen ungefähren Umfang
  • Geben Sie Ihre Kontaktdaten an!

Die Kunst einer solchen E-Mail besteht darin, auf der einen Seite das Thema interessant genug darzustellen. Auf der anderen Seite aber auch nicht zu ausführlich zu sein. Zum einen verschwenden Sie damit die Zeit Ihres Gegenübers, zum anderen könnte es der Redakteur dann ja auch gleich selbst schreiben. Es kommt zum Glück eher selten vor, dass Ihnen ein Thema „gestohlen“ wird. Aber passieren kann das schon.

Wenn Sie auf Ihre Nachricht keine Antwort bekommen, fragen Sie nach einer Zeit wieder nach. Dieses Nachfassen sollten Sie unbedingt machen. Denn schnell wird im Alltag auch einmal etwas vergessen. Jetzt dürfen Sie auch gern einmal zum Telefon greifen!

So wickeln Sie den Auftrag professionell ab

Wenn alles geklappt hat, haben Sie die Neugier des Redakteurs geweckt und Sie Ihren ersten Auftrag in der Tasche.

Denken Sie daran: Der Artikel ist Ihre gemeinsame Arbeit!

Das mag sich aus Ihrer Sicht merkwürdig anhören. Aber der Redakteur weiß am besten, was die Leser wollen. Er kann auch beurteilen, ob bereits ein ähnlicher Artikel erschienen ist. Kurzum: er gibt die Richtung Ihrer Arbeit vor. Und in den allermeisten Fällen wird er den Artikel auch redigieren und eventuell sprachlich überarbeiten.

Ihr Ansprechpartner wird von Ihnen unter Umständen ein Kurzkonzept haben wollen. Das ist keine Regel, aber gerade in Fachmedien haben Redakteure gern bereits vorab eine Vorstellung davon, wie Sie Ihren Artikel aufbauen wollen. Etwa auch, ob Sie Informationskästen planen oder besonders viele Abbildungen vorhanden sein werden.

Was auch immer Sie absprechen, halten Sie sich daran!

Änderungen am Kurzkonzept oder am inhaltlichen Aufbau, die die grundlegende Richtung des Artikels verändern, sollten Sie immer erst nach Rücksprache mit dem Redakteur vornehmen.
Vereinbart wird auch ein Abgabetermin. Schätzen Sie hier möglichst realistisch. Es ist immer besser, wenn Sie früher abgeben können, als den Termin zu überziehen. Planen Sie also ruhig etwas Puffer ein. Wenn der Termin nicht passt, wird Ihnen das der Redakteur schon sagen. Dann verständigen Sie sich auf ein neues Datum.

Ist der Tag der Abgabe gekommen, geben Sie nur etwas ab, hinter dem Sie auch stehen können. Neben dem Inhalt Ihrer Arbeit sollten auch die Formalien stimmen. Der Texte sollte also sowohl auf die Richtigkeit der Fakten als auch auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft sein. Bevor Sie Ihre Mail absenden, prüfen Sie zusätzlich, ob alle Dateien lesbar sind.

Haben Sie bereits Erfahrungen im Umgang mit Redaktionen gesammelt? Was sind Ihre Tipps zu diesem Thema?

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Ulysses – der Herausforderer von Scrivener im Test (Update)

Es ist schon eine Weile her, seitdem ich mich intensiver mit Ulysses beschäftigt habe. Als ich die Übersicht von Programmen für Schriftsteller schrieb, lag die App in einer noch recht jungen Version vor. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt zeichnete das Programm einige Besonderheiten aus:

  • Unterstützung von Markdown
  • Ein guter Vollbildmodus (unabhängig von OSX)
  • Verschiedene Exportformate für den gleichen Text (HTML, EPUB, RTF)

Allerdings reichte Ulysses noch lange nicht an die Qualitäten von Scrivener heran. Dann brachten die Soulmen eine neue Version heraus, die aus meiner Sicht konzeptionell einen Rückschritt bedeutete. Die Entwickler versuchten, eine Papiermetapher zu finden und zu etablieren. Das gelang aber nur zum Teil. Die plötzlich vorhandene Seitenleiste in der Oberfläche und der damit einhergehende Verzicht von Ordnern ließen mich (wahrscheinlich nicht nur mich) etwas ratlos zurück.

Oberfläche von Ulysses.

Oberfläche von Ulysses.

Doch seit einigen Wochen erledige ich (fast) alle meine Arbeiten mit Ulysses. Deswegen möchte ich Ihnen die aktuelle Version gern ausführlicher vorstellen.

Markdown – ganz einfach

Aufmerksame Leser dieser Seiten ist es nicht entgangen. Seit einigen Jahren ist Markdown aus meinen Arbeitsabläufen nicht mehr wegzudenken. Konzepte, Notizen, Artikel, Blogbeiträge und Manuskripte entstehen im Markdown-Format und liegen als reine Textdateien vor. Erst wenn es an der Zeit ist, den Text zu publizieren, wird aus Markdown das gewünschte Format exportiert.

Ulysses unterstützt Markdown vorbildlich. Das war in den ersten Versionen noch nicht ganz der Fall. Da wurde eher ein eigener, etwas kruder Dialekt genutzt. Dafür hatte der Nutzer aber die Möglichkeit, sich eigene Markups zu definieren und diese in seinen Texten zu nutzen. Inzwischen arbeitet die Software mit reinem Markdown und der Autor kann auf Tastenkürzel zurückgreifen, um etwa Hervorhebungen wie in einer anderen Textverarbeitung zu setzen.

Leider haben die Entwickler vor einigen Stunden ein Update veröffentlicht, das den guten Eindruck in Sachen Markdown wieder trübt. Statt dem Nutzer die Wahl zu lassen, werden Links jetzt plötzlich nur noch „inline“ ermöglicht. Schade. Das ist mehr als ärgerlich, denn inline-Links produzieren einfach einen viel umständlicheren Quellcode. Selbst das Jetpack-Plugin für Markdown kommt mit Referenz-Links gut zurecht.

Eher ein Detail für Markdown-Kenner ist das Setzen von Links. Sie markieren den Text, der als Verweis dienen soll, und drücken die Tastenkombination cmd-L. In einem kleinen Dialog tragen Sie anschließend das Ziel ein. Der Link wird als Referenz ausgeführt. Wenn Sie Ihr Manuskript also als Markdown exportieren, besitzen Sie einen sehr übersichtlichen und eleganten Quelltext.

Setzen von Links in Ulysses

Setzen von Links in Ulysses

Fokussiert am Text arbeiten

Ulysses verfügt meiner Ansicht nach über einen der schönsten Vollbildansichten aller aktuellen Schreibprogramme. Diese Ansicht auf den Text hatte es mir schon bei meinen ersten Begegnungen mit er Software angetan. Da die finale Gestaltung des exportierten Manuskripts ja vom Zielformat abhängig ist, ändern Sie die Schriftgröße einfach mit cmd-+ oder cmd-- nach Ihren Wünschen, ohne Einfluss auf das finale Ergebnis auszuüben. Über Tastenkürzel blenden Sie sich bei Bedarf weitere Bildschirmelemente ein oder aus. Dazu gehört zum einen der Bereich der Dateiverwaltung (dazu gleich etwas mehr), aber auch eine Referenz der Markdown-Befehle. Sie können sich vollständig auf Ihren Text fokussieren. Entweder bildschirmfüllend in der Vollbildansicht oder aber auch im Programmfenster selbst.

Vollbildmodus von Ulysses.

Vollbildmodus von Ulysses.

Statt Ordner – Gruppen

Einer der größten Vorzüge aus meiner Sicht bei der Arbeit mit Scrivener besteht in der Option, seinen Stoff und das Manuskript so fein wie nur denkbar in Form von Ordnern und Dokumenten zu gliedern. In dieser Hinsicht hat Ulysses zumindest teilweise aufgeholt. Generell unterscheidet die Software zwischen zwei Orten, an denen Sie Ihre Dokumente ablegen können:

  • Lokales Verzeichnis
  • iCloud

An einem dieser Orte landen alle Blätter – die Metapher in Ulysses für ein Dokument. Da zahllose gestapelte Blätter eher die Unordnung begünstigen, organisieren Sie auf Wunsch die Blätter mithilfe von Gruppen. Eine solche Gruppe, die Sie mit einem Mausklick in der linken Navigation des Programms anlegen, nimmt dann die Dokumente auf. Durch die Möglichkeit, Blätter zu »verbinden«, kleben Sie einzelne Manuskriptseiten sozusagen zusammen. Eine solche Gruppe kann mit einem Klick exportiert werden. Damit schließt (zumindest teilweise) die Software in Sachen Flexibilität zu Scrivener auf.

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Ziele stecken und Texte organisieren

In der neuesten Version haben die Entwickler dem Programm eine Reihe von interessanten Funktionen spendiert. Für Autoren sicherlich eine sehr schöne Neuerung besteht in der Definition von Zielen. Diese verbinden Sie wahlweise mit einem Dokument oder auch einer Gruppe.

Ziele definieren.

Ziele definieren.

Über »Bearbeiten, Anhang« wählen Sie »Ziel« aus dem Menü aus, nachdem Sie entweder ein Blatt oder eine Gruppe in der linken Navigation markiert haben. Danach tragen Sie ein, ob es sich um einen Mindest- oder Höchstwert handeln soll. Danach definieren Sie das Maß. Sie haben die Wahl zwischen Zeichen, Wörtern, Sätzen, Absätze, Zeilen oder Seiten. Die Darstellung des Fortschritts ist optisch gelungen.

Zusätzlich zur Organisation Ihrer Arbeiten mit den Gruppen weisen Sie optional Ihren Texten auch Schlagwörter (Tags) zu. Dazu klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste auf ein Blatt in der List und entscheiden sich für den passenden Befehl aus dem Kontextmenü.

Export des Manuskript

Sie können ein oder mehrere Blätter aus Ulysses exportieren. Markieren Sie die Blätter und führen Sie etwa einen Rechtsklick aus. Aus dem Kontextmenü entscheiden Sie sich für »Schnellexport«. Der nächste Dialog gliedert sich über die Icons am oberen Rand in die vier möglichen Hauptformate für den Export.

  • Markdown / reiner Text
  • binäre Formate (RTF, Word)
  • HTML
  • E-Pub

In jedem Abschnitt haben Sie wiederum die Wahl, den exportierten Text an eine bestimmte Anwendung zu senden (zum Beispiel Markdown-Text an Marked oder einen entsprechenden Editor) oder aber das Ergebnis zu speichern. Die Umsetzung ist dabei stets gut gelungen. Der Export in Markdown-Text ist vorbildlich. Und auch die exportierten Dokumente können sich sehen lassen. Allerdings erlaubt Ulysses etwas weniger Einfluss auf die Formatierungen des exportierten Produkts im Vergleich zu Scrivener.

Export des Textes aus Ulysses.

Export des Textes aus Ulysses.

Muss Scrivener jetzt rüberrutschen?

Sie nutzen Scrivener? Dann kommen Ihnen sicherlich viele der in Ulysses enthaltenen Funktionen bekannt vor. Die Organisation des Manuskripts in kleinere Einheiten, die Kombination zu einem Gesamtwerk und der Export eines Quelltextes in unterschiedliche Endformate – das alles bietet auch Scrivener. Deutlich ausgefeilter sind darin die Gliederungsfunktionen. Die Pinnwand und der Gliederungsmodus erleichtern in Scrivener gerade die Arbeit mit sehr umfangreichen Werken und Manuskript, in denen eine Reihe von Charakteren und Handlungen zusammenfließen. Auch die Funktionen zur Sammlung von Material (PDF-Dateien, Web-Seiten etc.) sind in Scrivener viel tiefer gehend.

Dafür weiß Ulysses durch seine Geschwindigkeit und seine Oberfläche zu gefallen.

Ich persönlich sehe die beiden Programme gar nicht so sehr als Konkurrenten. Scrivener ist ein ausgefeiltes und bewährtes Programm für Autoren, die sich flexible Unterstützung bei der Gliederung und Sammlung von Ideen und Material wünschen. Auch während des Schreibprozesses behalten Sie bei umfangreichen Werken leichter den Überblick über noch offene Punkte und Aufgaben. Ulysses legt seinen Schwerpunkt dagegen eindeutig auf das Schreiben und punktet mit seiner guten Unterstützung von Markdown.

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Wie Sie als Autor mit gezielter Lektüre Ihren Schreibstil verbessern

Viele Autoren haben sich in Gesprächen oder sogar Artikeln zu der Frage geäußert, wie sich das eigene Schreiben verbessern lässt. Wie kann man zu einem besseren Autor werden. Und nicht wenige Schriftsteller haben die Meinung vertreten, dass ständiges Üben der Schlüssel zum Erfolg ist. Mit jeder Zeile werden Sie besser und sicherer in Ihrem Ausdruck und finden Ihren eigenen Stil.

Wer seine Schwächen kennt, kann gezielt daran arbeiten, sie zu beseitigen. Das gilt natürlich auch in Hinblick auf den Sprachstil und den Wortschatz. Als Autor werden Sie ohnehin gern und viel lesen. Und mit einer gezielten Lektüreauswahl optimieren Sie Ihren passiven und damit auch aktiven Wortschatz und erhalten ein besseres Gespür für Klang und Stilmittel. Ein Werk wie »Herr der Ringe« mag Sie persönlich nicht fesseln, wenn Sie es aber aufmerksam lesen, werden Sie viel darüber lernen, wie Sie ganze Welten erschaffen und völlig neue Begriffe erschaffen.

Sie möchten lernen,

  • wie Sie einen ganzen Kosmos an Ländereien und Welten erschaffen? Dann lesen Sie Fantasy. In guten Werken des Genres erfahren Sie nebenbei, wie Sie Magie und Zauberei fesselnd und glaubwürdig für den Leser beschreiben.
  • wie Sie überraschende Wendungen beschreiben? Dann sind Krimis und Thriller eine gute Schule. Autoren dieses Genres müssen die Spannung für den Leser aufrechterhalten und viel mit so genannten »Cliffhangern« arbeiten, um zum Weiterlesen zwischen den Kapiteln zu motivieren. Werke dieses Genres sind zusätzlich eine gute Schule, um das Geschehen permanent in Richtung des Höhepunkts auf die Spitze zu treiben.
  • wie Sie Hintergrundinfos aufbereiten? Aus meiner Sicht gibt es dazu keine bessere Schule als Science Fiction. Glaubwürdig fantastische Zukunftstechnologien zu schildern, gelingt nur, wenn die Darstellung der Hintergründe und Verfahrensweisen glaubwürdig und potentiell möglich erscheint. Und zwar so, dass auch Laien die Informationen verstehen.
  • wie Sie eine dichte Atmosphäre schaffen? Historische Romane nehmen deren Leser mit auf eine faszinierende Welt aus vergangenen Zeiten und Fiktion. Ob die Schilderung mittelalterlicher Gebräuche oder die herrschende Stimmung rund um die Jahrhundertwende. Achten Sie darauf, wie Sie in diese fremde Welt hineingezogen werden.

In diesem Sinne: Wie wäre es denn mal wieder mit einem Gang in die nächste Buchhandlung oder öffentliche Bibliothek?

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Als Autor von Vorbildern lernen – George Orwell

Wenn ein Autor mit seinen Werken die Leser auch noch viele Jahre nach seinem Tod erreicht, dann liegt das natürlich in erster Linie an der Handlung, den Thesen oder der Grundbotschaft des Buches. Es liegt aber sicher auch an der Art und Weise, wie der Schriftsteller seine Gedanken zu Papier gebracht hat. George Orwells Bücher „Farm der Tiere“ und „1984“ sind längst Klassiker. Dazu hat auch sein Stil beigetragen, so die Thesen in einem sehr schönen Essay.

Was können wir von George Orwell lernen?

Vermeiden Sie Fremdwörter und Fachbegriffe!

Fachbegriffe (wie schon das Wort „Terminus“ selbst) sind für den Autor eine praktische Sache. Sie sind kurz, schnell niedergeschrieben und Fachleute wissen sofort, was Sie aussagen wollen. Leser, die sich nicht so intensiv mit dem Thema Ihrer Arbeit beschäftigt haben, kennen aber unter Umständen die Bedeutung nicht. Das Wort „Fachbegriff“ dürfen Sie in diesem Zusammenhang auch durch „Jargon“ oder „Mundart“ ersetzen. George Orwell hat sich bemüht, in der Alltagssprache zu schreiben. Und das sollten Sie auch tun!

Vermeiden Sie Metaphern und andere geläufige Sprachbilder

Bestimmt haben Sie sich auch schon dabei ertappt, eine Metapher in Ihrem Text zu verwenden, die Sie selbst schon häufiger gelesen haben. Aber ganz ehrlich: Können Sie den Satz „Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte“ noch lesen? Und das Klischee wird auch nicht dadurch besser, dass der Autor sich für dessen Gebrauch entschuldigt oder das Sprachbild verwendet, aber den Hinweis gibt, dass er es eigentlich gar nicht benutzen wollte. Überlegen Sie stets, wie Sie das, was Sie sagen wollen, auf eine neue und individuelle Art formulieren könnten.

Aktive Sprache verwenden, wann immer es geht.

Punkt.

Ist ein Wort überflüssig? Dann streichen Sie es!

Ein schwieriger Punkt. Das liegt nicht an der Entscheidung, ob ein Wort tatsächlich überflüssig ist. Die meisten von uns wissen das instinktiv schon in dem Moment, wo sie den Begriff tippen. Die Schwierigkeit besteht oft genug darin, die geforderte Länge eines Artikels zu erreichen, auch wenn die Füllwörter konsequent gestrichen werden.

Nutzen Sie im Zweifel stets das kürzere Wort

Das ist auch so eine Herausforderung, die schneller geschrieben als umgesetzt ist. Denn um diese Maxime umzusetzen, müssen Sie bei der Überarbeitung eines Textes oftmals grübeln, um dann doch noch eine Alternative zu finden.

Setzen Sie von diesen Forderungen bereits etwas um? Orientieren Sie beim Schreiben an einem anderen Vorbild?

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Scrivener-Dokumente im Binder nach Meta-Daten sortieren

Eine wahrlich versteckte Funktion, die aber durchaus praktisch ist, besteht in der Möglichkeit, die Dokumente in Scrivener im Binder nach dem Inhalt einer Meta-Information sortieren zu können.

Warum Sie das tun sollten? Wer mit Scrivener einen Roman oder eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, wird die Dokumente im Binder wohl eher nach der Dramaturgie und Logik anordnen. Aber vielleicht verwenden Sie die Software als Artikelspeicher für Ihr Blog? Dann möchten Sie unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt Ihre Beiträge chronologisch sortieren, etwa, um daraus ein E-Book zu produzieren. Das lässt sich mit individuellen Meta-Daten umsetzen.

Meta-Daten in Scrivener

Scrivener speichert eine Reihe von Informationen über die in einer Datei gespeicherten Dokumente. Diese Meta-Daten werden sichtbar, wenn Sie vom Binder in den Outliner wechseln (cmd-3). Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die Spaltenüberschrift der Tabelle. Die Einträge im nachfolgenden Menü enthalten die gespeicherten Informationen, wie etwa das Erstellungsdatum des Dokuments, die oft auch automatisch gespeichert werden.

Wenn Sie einen dieser Einträge auswählen, übernehmen Sie das Feld als eine weitere Spaltenüberschrift.

Die Liste der Meta-Daten erweiteren Sie auf Wunsch auch um individuelle Einträge. Blenden Sie sich den Inspektor ein (cmd-alt-i). Klicken Sie danach auf das Etikettensymbol am unteren Rand des Fensters. Jetzt sehen Sie den noch leeren Bereich mit den individuellen Meta-Daten. Mit einem Klick auf das Zahnrad rufen Sie sich ein Menü auf und entscheiden sich dort für „Edit-Custom-Meta-Data-Setting“.

Menu in Scrivener Meta-Daten

Rufen Sie das Menü auf, um eigene Meta-Daten in Scrivener anzulegen.

 

Als Alternative nutzen Sie Project, Meta-Data-Settings. Mit einem Klick auf die Plus-Taste legen Sie eine neue Zeile an und vergeben eine Bezeichnung für den neuen Eintrag. Dies kann zum Beispiel „Pub-Date“ sein. Sobald Sie den Dialog verlassen, erscheint der neue Abschnitt im Inspektor, um von Ihnen mit Daten gefüllt zu werden.

Eigene Meta-Daten in Scrivener anlegen.

Hinterlegen Sie Ihre individuellen Infos.

Nach Meta-Daten sortieren

Um die Dokumente im Binder nun nach den Inhalten der Meta-Daten zu sortieren, gehen Sie so vor:

Sie wechseln in den Outliner und lassen sich das Meta-Feld im Tabellenkopf anzeigen. Mit einem Klick auf den Eintrag sortieren Sie die Einträge in dieser Ansicht danach (aufsteigend, absteigend). Dadurch ändert sich die Reihenfolge der Dokumente im Binder nicht.

Markieren Sie im Outliner alle Einträge mit der Maus (cmd-a).

Klicken und Ziehen Sie jetzt die Dokumente mit der Maus in den Ordner des Binders, den Sie gerade bearbeiten.

Dokumente in Binder ziehen

Sortieren Sie im Outliner nach Ihren Werten und Ziehen Sie die Dokumente in den Binder.

 

Damit sind die Dokumente auch im Binder so sortiert, wie gerade im Outliner.

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Ein paar Worte über das Korrigieren und Redigieren

Wichtige Schritte auf dem Weg zum finalen Manuskript sind die Korrekturläufe. Eine Arbeit, die Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen. Denn das Korrekturlesen ist die letzte Chance, eher peinliche Formulierungen oder falsche Fakten zu entdecken und zu beseitigen.

Dazu ein paar Tipps, wie Sie das Beste aus der Korrektur herausholen.

Beauftragen Sie einen Profi

Wenn Ihnen ein Budget dafür zur Verfügung steht, beauftragen Sie mit dem Lektorat einen Profi. Sein geschultes Auge findet höchstwahrscheinlich bereits im ersten Durchlauf mehr, als es Ihnen möglich war. Und das Lektorat muss nicht einmal teuer sein. Die Webseite Korrekturen genießt einen guten Ruf und bietet einen Rechner an, der Ihnen einen Anhaltspunkt über die anfallenden Kosten bietet.

Fokussieren Sie sich!

Um möglichst alle Fehler und Irrtümer zu finden, müssen Sie sich auf die Aufgabe völlig konzentrieren. Schalten Sie Fernseher oder Radio aus und gehen Sie am besten vollständig offline, um Störungen und Ablenkungen zu minimieren. Gönnen Sie sich auch regelmäßig Pausen. Denn nur dann bleiben Sie bei der Sache.

Achten Sie auf Ihre Schwächen!

Wer regelmäßig schreibt, entwickelt eine Vorliebe für bestimmte Wendungen. Regelrechte Lieblingssätze und Begriffe, die stets und ständig erneut verwendet werden. Achten Sie bei Ihren Korrekturläufen besonders auf solche Formulierungen und schaffen Sie hier Abwechslung durch Alternativen.

Außerdem wissen Sie aus eigener Erfahrung auch, in welchen Themenbereichen Sie häufiger einen Fehler begehen. Ob es nun die Verwendung von „dass oder das“ ist, oder auch der Gebrauch des Kommas in einem Kontext – sehen Sie den Text gezielt nach diesen Problemfällen durch.

Ist der Text konsistent?

Gerade im Sachbereich ist es wichtig, dass Ihr Text konsistent bleibt. Das erleichtert im Zweifel auch die Arbeit eines Zweitkorrektors oder Gutachters. Achten Sie deshalb darauf, wie Sie Aufzählungen einsetzen, wie Sie Zahlen und Fachbegriffe schreiben. Wenn sich ein bestimmter Fehler zu oft eingeschlichen hat, machen Sie sich eine kurze Notiz und verwenden Sie dann die Funktion „Suchen und Ersetzen“ in Ihrem Schreibprogramm.

Lesen Sie nicht am Bildschirm!

Glauben Sie mir, das Korrigieren in der gleichen Umgebung, in der Sie auch den Text schreiben, funktioniert in den meisten Fällen nicht. Es mag zwar wie ein Relikt aus grauen Vorzeiten erscheinen, aber probieren Sie es doch einfach einmal mit dem klassischen Ausdruck auf Papier. Nehmen Sie Ihren Text mit auf den Balkon oder der Terrasse. Oder Sie suchen sich einen schönen Platz in einem Park oder einem anderen öffentlichen Ort. Das hilft Ihnen sicherlich dabei, konzentrierter zu redigieren.

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