Autoren-Archiv | Stephan Lamprecht

Suchmaschinenoptimierung für Autoren – praktische Tipps

Ich freue mich darüber, dass Sie diesen Artikel lesen! Ehrlich. Denn selbstverständlich ist das ja nicht, dass Sie in einem Meer von unendlich vielen Artikeln im Internet ausgerechnet diesen hier zum Thema Suchmaschinenoptimierung für Journalisten lesen.
Gelandet sind Sie hier, weil Sie entweder zu den Stammlesern dieses Blogs gehören. Oder aber, weil Sie in einer Suchmaschine nach einem Beitrag recherchiert haben, der sich mit der Optimierung von Artikel für Suchmaschinen beschäftigt.
Und genau deswegen schreibe ich diesen Beitrag. Denn SEO (Search Engine Optimization) ist ein Thema, das wirklich jeden Autor und Journalisten betrifft.

Internet Marketing geht auch Autoren etwas an

Tatsächliche (oder selbsternannte) Experten werden nicht müde, Autoren und Journalisten zu empfehlen, sich mit einem Blog oder einem eigenen Magazin als Spezialisten zu einem Fachgebiet zu profilieren. Geht die Strategie auf, kämen die Aufträge fast von selbst, da die Redaktionen gar nicht an einem solchen Experten vorbeigehen könnten.

Nun, Zulauf (wie von selbst) erhalten in erster Linie die Experten, die solche Empfehlungen aussprechen. Die Welt ist in zwischen voll von Blogs und Expertensites. Darin wird Lesestoff für viele Jahre publiziert und kuratiert.

Wer sich tatsächlich als Experte profilieren will, der muss es auch schaffen, dass die Leser seine Artikel auch finden. Und Blogbeiträge werden eben über Suchmaschinen gefunden. Wer sich als Autor oder Journalist selbst vermarkten will, der muss sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen.

Woher Suchmaschinenoptimierung ihren schlechten Ruf hat

Das Thema SEO genießt unter vielen Journalisten und Textern einen eher zweifelhaften Ruf. Und das hat meiner Ansicht vor allen Dingen zwei Gründe.

  1. Online-Shops, Portale und Themenseiten müssen auf den Ergebnisseiten von Google & Co möglichst weit oben stehen. »Suchmaschinenoptimierte Texte« werden stark nachgefragt. Nur sind solche Texte in vielen Fällen schlicht und ergreifend nahezu unlesbar, weil sie einfach Phrasen und Begriffe aneinanderreihen, um die Suchmaschinen davon zu überzeugen, dass der Text für die enthaltenen Stichwörter besonders relevant ist. Solche SEO-Texte sind auch für die Nutzer von Suchmaschinen ärgerlich, denn oft genug liefern sie einfach zu wenig Informationen zum Thema.
  2. Für die Betreiber sind die Texte nur Mittel zum Zweck und entsprechend überschaubar sind die Honorarvorstellungen in diesem Bereich. Angebote von 1 Cent pro Wort sind keine Seltenheit. (Bis hierhin hat dieser Text rund 330 Wörter, der Autor hätte also 3,30 Euro als Honorar erhalten). Letztlich geht es hier um Ausbeutung und mangelnde Wertschätzung der kreativen Leistung eines Texters.

Sie schreiben in erster Linie für Ihre Leser!

Artikel, die für die Verwendung in Suchmaschinen angepasst wurden, wenden sich nach wie vor an einen Leser. SEO-Maßnahmen sollten nicht dazu führen, dass Sie anders als gewohnt schreiben. Sie recherchieren und konzipieren Ihren Beitrag wie gewohnt. Den Erfolg in einer Suchmaschine erzielen Sie, wenn Sie ein paar Kleinigkeiten beachten.

Sie brauchen einen Schlüsselbegriff – Keyword-Recherche

Wie gehen Sie vor, wenn Sie auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema sind? Richtig: Sie geben den Begriff in die Suchmaske einer Suchmaschine ein. Und genau so gehen auch die Leser vor. In den Ergebnislisten ganz oben stehen dann die Artikel, die aus Sicht des Computerprogramms am relevantesten zur Suche sind. Aber nach welchem Begriff suchen die Leser denn?

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, machen Sie am besten eine Keyword-Recherche. Dabei untersuchen Sie u.a.

  • Welcher Begriff am häufigsten gesucht wird.
  • Ob dieses Keyword im Singular oder im Plural häufiger gesucht wird.
  • welche Kombinationen von Suchbegriffen verwendet werden und in welcher Reihenfolge, diese am häufigsten gesucht werden.

Google unterstützt Journalisten und Autoren dabei, das passende Keyword zu identifizieren. Tragen Sie in die Suchmaske einen Begriff ein, bietet Google Suggest Ihnen weitere Ergänzungen an. Nach diesen Kombinationen suchen besonders viele Menschen. Es lohnt sich also, sich an dieser Kombination zu orientieren.

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SEO bedeutete noch vor einiger Zeit, den Text auf exakt einen gesuchten Begriff zu optimieren. Das ist aber seit einiger Zeit nicht mehr notwendig. Nutzen Sie stattdessen Synonyme und verwandte Stichwörter und Themen. Allerdings nicht völlig wahllos sondern am besten nur die Keywords, nach denen besonders häufig gesucht wird.

Sehr umfassende Analysen über das Suchverhalten der Nutzer erhalten Sie, wenn Sie bei Google ein Adwords Konto eröffnen. Denn dort dürfen Sie den Keyword Planner verwenden, der Ihnen Ideen für Ihre Keywords liefern kann. Die Listen erlauben Ihnen dann Rückschlüsse darüber, wie häufig Stichwortkombinationen eingesetzt werden. Diese Begriffe streuen Sie dann dort, wo es passt, in Ihren Text ein.

Ausdrucksvolle Titel und Beschreibungen nutzen

Ein Artikel mit SEO-Tipps wäre nicht vollständig, wenn ich Ihnen nicht auch kurz die Maßnahmen vorstellen würde, die von Experten als Onpage-SEO bezeichnet werden.

  • Strukturieren Sie Ihren Text mit Zwischenüberschriften. Das ist gerade auch online wichtig. In den Überschriften streuen Sie die verschiedenen Keywords ein.
  • Verlinken Sie den Artikel! Blogsoftware und die meisten Redaktionssysteme erledigen dies bereits automatisch. Links von Kategorien oder Ressorts auf den Artikel helfen den Suchprogrammen bei der Einordnung der Inhalte. Auch thematisch passende Verweise von anderen Beiträgen zum gleichen Thema sind wichtig.
  • Nutzen Sie eine aussagekräftige Beschreibung (Meta-Description) für den Artikel. Auch hier sehen eigentlich alle aktuellen Anwendungen bereits Felder vor, in die der Autor nur noch seinen Text eintragen muss. Die Beschreibung eines Beitrags wird in Google etwa direkt unter der Überschrift auf der Ergebnisseite angezeigt.
  • Eines der wichtigsten Elemente bleibt die Überschrift der Seite oder des Artikels, wie sie in der Titelleiste des Browsers angezeigt wird. Technisch wird hier das so genannte Title-Tag von HTML ausgewertet. Dieser Seitentitel sollte nicht länger als 65 Zeichen sein, damit er auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine nicht abgeschnitten wird. Im Titel sollte das wichtigste Keyword bereits verwendet werden.

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Geduldig bleiben

Mit den SEO-Tipps aus diesem Artikel haben Sie als Autor, Journalist oder Blogger die wichtigsten Grundlagen für eine bessere Findbarkeit Ihrer Artikel gelegt. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Beitrag auf einen Schlag bei Google auf Platz 1 stehen wird. Suchmaschinenoptimierung ist und bleibt, wenn ohne Tricks gearbeitet wird, auch ein Geschäft, das etwas Geduld erfordert. Wenn Sie aber jeden Ihrer Beiträge so angehen, wird sich der Erfolg einstellen.

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In Word schreiben, Markdown speichern – Writage

Ich gebe es unumwunden zu. Word nutze ich nur noch selten. Beruflich habe ich natürlich nach wie vor damit zu tun, etwa wenn ich einen Artikel rund um das Office-Paket verfasse. Aber ein solcher Artikel entsteht dann mit einer anderen Software. Das liegt auch daran, dass ich intern nur noch das Markdown-Format verwende. Und das wird von Microsoft ja nicht unterstützt.

Das ändert sich mit dem Programm Writage, das derzeit kostenlos angeboten wird. Es arbeitet als Add-in für Word und rüstet die Markdown-Funktion für Word (getestet mit 2013 und 2010) nach.

Einfache Installation – Pandoc notwendig

Die Installation und Einrichtung von Writage ist sehr einfach und stellt auch Computerneulinge vor keine Probleme. Sie laden sich die aktuelle Version von der Homepage des Projekts auf Ihren Rechner und beginnen die Installation mit einem Doppelklick.

Writage nutzt im Hintergrund Pandoc. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, weist das Setup-Programm Sie darauf hin. Sie werden dann auf die Pandoc-Seite verwiesen und laden sich die aktuelle Version von dort auf Ihren Rechner.

Schreiben wie gewohnt – Markdown speichern

Writage wendet sich an alle Autoren, die von den Vorzügen des Markdown-Formats überzeugt sind, aber weder Lust noch Zeit haben, sich in die Syntax einzuarbeiten. Sie können wie gewohnt in Word schreiben und den Text mit den Funktionen der Werkzeugleisten formatieren.

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Das funktioniert soweit auch bereits mit dieser ersten Version von Writage sehr gut. Problemlos und intuitiv werden diese Formate verstanden:

  • Überschriften
  • Links (werden als Inline-Links umgesetzt)
  • Auszeichnungen wie fett, kursiv und unterstrichen
  • Tabellen
  • Fußnoten

Probleme bereiten derzeit noch Code-Blöcke. Werden die Codezeilen mit einem Tabulator eingerückt, hat dies im finalen Markdown-Text keine Auswirkungen.

Um den Text mit einem beliebigen Markdown-Editor bearbeiten zu können, nutzen Sie in Word einfach den Befehl „Speichern unter“. In der Liste der Formate markieren Sie „Markdown“. Der exportierte Text kann mit jedem beliebigen Markdown-Editor bearbeitet werden.

Markdown-Text bearbeiten

Erhalten Sie Markdown-Texte anderer Autoren, öffnen Sie diese direkt in Word. Sie müssen dort ebenfalls lediglich im Feld „Format“ die Option „Markdown“ aktivieren. Nun greift Writage auf eine Formatvorlage zurück, die dann auch Formate für die eher selten genutzten Auszeichnungen enthält. Ich glaube aber, dass der Entwickler sicherlich noch im Laufe der Zeit eine Dokumentation nachreicht oder eine entsprechende Vorlage freigibt.

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Fazit

Mit Writage liegt ein ganz interessanter Ansatz für alle Nutzer vor, die etwa Markdown-Texte an andere Autoren weitergeben wollen, die nach wie vor mit Word arbeiten wollen. Die Konvertierung jedenfalls funktioniert bereits für eine so frühe Version sehr gut.

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Bücher schreiben mit Sublime Text und Markdown

Ein Buch mit einem einfachen Texteditor schreiben? Kann das funktionieren? Die Frage beschäftigte mich schon etwas länger. Warum also nicht einen Selbstversuch wagen?

Manchmal benötigt man einfach einen neuen Hammer, um wieder motiviert an die Arbeit zu gehen. Deshalb habe ich mich für einige Kapitel meines Buches zu Yosemite von meinem Lieblingswerkzeug Scrivener abgewendet und stattdessen SublimeText als Schreibwerkzeug genutzt.

Obwohl und gerade Sublime Text!

Die Antwort auf die Frage, warum gerade einen Texteditor statt einer Textverarbeitung zu benutzen, ist einfach. Ein Texteditor lässt Sie mit Ihrem Werk allein. Sie können nichts formatieren und die meisten Programme sind auch optisch so einfach gestaltet, dass es nichts gibt, was Sie ablenken könnte. Das macht sich auch beim Schreiben bemerkbar. Denn falls Sie zu den Schnell- und Vielschreibern zählen, werden Sie die Erfahrung machen, dass es keine schnellere Form der Texterfassung am Computer gibt.

Die Antwort auf die Frage, warum ich mich gerade für Sublime Text entschieden habe, ist schon etwas schwieriger. SublimeText bietet eine ganze Reihe von Vorteilen, zu denen ich gleich noch im Detail komme. Allerdings mache ich mir auch etwas Sorge um die Zukunft der Software. Die letzte Betaversion der Nachfolgeversion stammt aus dem vergangenen Jahr. Beiträge im Benutzerforum sind teilweise seit einiger Zeit unbeantwortet und der Twitteraccount ebenfalls alles andere als aktuell. Fast scheint es so, als habe der Entwickler seine Arbeit eingestellt und ruhe sich auf dem phänomenalen Erfolg aus, den das Programm erzielen konnte.

Schließlich haben mich aber die von mir geschätzten Vorteile von Sublime Text davon überzeugt, das Experiment mit dem Programm zu wagen.

  • Plattformübergreifend: Sublime Text kann ich unter Windows, Mac und Linux einsetzen. Und zwar ohne funktionale Unterschiede oder Einschränkungen.
  • Erweiterbar: Das Programm ist mittels so genannter Pakete funktional und in Sachen Optik zu erweitern.
  • Vollbildmodus: Sublime Text beherrscht den für mich wichtigen Vollbildmodus, mit dem ich ohne Ablenkung meinen Text verfassen kann.

Damit war zumindest die Frage nach dem Werkzeug entschieden.

Textformat: Markdown

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden nicht überrascht davon sein, dass die Frage nach dem Datenformat deutlich schneller entschieden werden konnte. Ich wollte in Markdown schreiben. Und das nicht nur, weil auch der Rest des Projekts in Scrivener als Markdown angelegt wurde.

Markdown bietet mir die größten Freiheiten, meinen Text später auch anderweitig auszugeben. Selbst umfangreiche Kapitel belegen nur wenig Speicherplatz auf der Festplatte. Und Textdateien lassen sich ja nun tatsächlich mit so ziemlich jedem Schreibprogramm auf jeder Plattform bearbeiten und lesen. Da muss ich mir keine Sorgen machen, dass ich eines Tages vielleicht nicht mehr auf meinen Text zugreifen könnte.

Damit ich beim Schreiben eines so umfangreichen Textes den größten Nutzen aus Markdown ziele, und gleichzeitig damit komfortabel arbeiten kann, helfen ein paar Erweiterungen für Sublime Text weiter.

Sublime Text für das Buchschreiben optimieren

Um möglichst einfach und komfortabel schreiben zu können, rüste ich folgende Funktionen nach:

  • Darstellung der Markdown-Syntax
  • Direktes Ansprechen von Pandoc zum Konvertieren des Textes in unterschiedliche Zielformate.
  • Statistik zum Text, also die Zählung von Zeichen und Wörtern
  • Schnellere Übersicht mit einem Inhaltsverzeichnis

Damit Sie die Pakete installieren können, ist die Installation des Pakets „Package Control“ empfehlenswert. Dazu haben ich bereits einmal etwas in dem Artikel Scrivener, Tabellen und Markdown geschrieben. Sobald Sie die Ergänzung installiert haben, richten Sie damit folgende Pakete ein:

Monokai Extended

Brett Terpstra hat eine tolle Erweiterung für Sublime Text geschrieben. Das Paket hört auf den Namen Markdown Editing und gilt vielen Autoren als mustergültige Umsetzung. Das Ergebnis ist am Ende eine Oberfläche, die sich in vielerlei Hinsicht an iAWriter orientiert. Soweit wollte ich indes nicht gehen.

Ich bevorzuge, wenn ich die Markdown-Auszeichnungen einfach nur farbig kodiert sehe. Und genau das bietet Monokai Extended.
Auf dem Mac führen Sie das Kürzel cmd-umschalt-P aus. Mit „Package Controll: Install Package“ blättern Sie durch die angebotenen Pakete bzw. suchen den gewünschten Eintrag. Wenn Sie das Format in Sublime Text dann auf Markdown stellen, erfolg die Kodierung sofort.

Suchen Sie das passende Paket aus.

Suchen Sie das passende Paket aus.

Wordcount

Für jeden Autor ist die Frage, wie viel Text er bereits geschrieben hat, wichtig. Im Sachbuchbereich motiviert die Zahl nicht nur, sondern hilft dabei, nicht den geplanten Rahmen des Werks zu sprengen. Denn hier wird knapp kalkuliert.

Die Erweiterung LaTex Word Count nistet sich direkt als Kommando in der Menüleiste von Sublime Text ein. Mit einem Mausklick oder Tastenkürzel kann ich mir gleich sofort einen Überblick verschaffen, wie weit ich bereits bin.

Das Ergebnis von LaTeX Word Count in Sublime Text

Das Ergebnis von LaTeX Word Count in Sublime Text

Pandoc

Das Paket Pandoc setzt natürlich eine funktionierende Installation dieses Konverters voraus. Die Erweiterung erleichtert die Umwandlung der Texte in jedes von Pandoc unterstützte Format. Möchte ich mir rasch einen Eindruck davon verschaffen, wie der Text als RTF-Datei wirkt, rufe ich mit cmd-Umschalt-P erneut die Eingabezeile auf und gebe dort „Pandoc“ ein. Danach noch das gewünschte Zielformat wählen und die Erweiterung zeigt den neuen Quelltext (z.B. LaTeX) direkt in Sublime Text an oder erzeugt die externe Datei.

Markdown TOC

Ich lege pro Kapitel jeweils eine neue Datei an. Bei Sachbüchern ist es ja keine Seltenheit, dass ein Kapitel sich in eine ganze Reihe von Unterkapitel gliedert. Da ist es trotz der „Minimap“-Ansicht von Sublime Text nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, welche Segmente ich nun bereits geschrieben habe. Die Erweiterung Markdown TOC (TOC steht für Table of Content) legt mir einfach an den oberen Rand der Datei automatisch ein Inhaltsverzeichnis an. So sehe ich sofort, ob ich alle Gedanken bereits erfasst habe.

Mit Markdown TOC erkennt man direkt in der Datei die Struktur.

Mit Markdown TOC erkennt man direkt in der Datei die Struktur.

Buchschreiben mit Sublime Text? Das funktioniert!

Dank der Zusammenstellung der verschiedenen Tools habe ich mir mit Sublime Text eine aus meiner Sicht perfekte Umgebung für das Schreiben von Büchern geschaffen. Das Programm ist schnell, ich kann in Markdown schreiben und erleichtere mir dabei die Arbeit. Dank des Markdown-Formats kann ich meine Inhalte zum Beispiel auch ganz einfach an Leanpub senden. Zu meinen Erfahrungen mit Leanpub werde ich später noch einmal etwas schreiben.

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Scrivener, Tabellen und Markdown

Aus nur einer Quelle eine ganze Reihe von Produktionen anlegen – das funktioniert mit Scrivener sehr gut. Nach meiner Einschätzung schneidet in dieser Hinsicht die Kombination mit Markdown am besten ab. Sie schreiben Ihren Text in Scrivener und exportieren ihn als Markdown. Anschließend generieren Sie dann die gewünschten Zielformate. Kompliziert wird das nur, wenn Sie viel mit Tabellen arbeiten, was in Sachbüchern ja nicht selten ist.

Scrivener und der Export von Tabellen

Die Formatierungsoptionen in Scrivener sind der Philosophie der Software gemäß recht beschränkt. Tabellen lassen sich aber recht einfach anlegen und pflegen.

Allerdings exportiert Scrivener in der aktuellen Version (2.6) die Tabellen nicht nach Markdown.

Wenn Sie also mit Markdown in Scrivener arbeiten wollen, müssen Sie den Quelltext für die Tabellen manuell schreiben. Und jeder, der bereits mit Tabellen in Markdown gearbeitet hat, wird mir wohl recht geben. Das ist alles andere als ein Vergnügen. Der Quellcode für die Tabellen wird schnell unübersichtlich. Und das provoziert gerade zu Fehler, die dann später beim Kompilieren nur schwer zu entdecken sind.

Markdown-Tabellen in SublimeText pflegen

Für mein Buch zu Yosemite, das an einigen Stellen Tabellen nutzt, habe ich nach einer einfachen Lösung gesucht. In einer Erweiterung für den Editor SublimeText habe ich sie auch gefunden. Für die dauerhafte Nutzung von SublimeText erwartet der Autor von Ihnen den Abschluss einer Lizenz. Allerdings dürfen Sie den Editor für eine unbegrenzte Zeit testen. Es sind zwei Besonderheiten, die SublimeText für mich so interessant machen. Zum einen wird das Programm für Mac, Windows und Linux entwickelt. Und die Lizenz gilt auch für alle diese Plattformen gemeinsam. Zum anderen werden unzählige Erweiterungen („Packages“) angeboten, die den Funktionsumfang ergänzen. Eine dieser Erweiterungen ist der Tabelleneditor, der sehr vielversprechend erschien.

Um ihn zu nutzen, müssen Sie sich zuerst die Ergänzung „Package Control“ installieren, mit der sich Erweiterungen viel einfacher beziehen und integrieren lassen. Dazu besuchen Sie zuerst die Seite https://packagecontrol.io/ und klicken dort auf „Installation“. Auf der nachfolgenden Seite entscheiden Sie sich für die genutzte Version des Editors und kopieren den gezeigten Quellcode in die Zwischenablage.

Wechseln Sie zum Editor und führen Sie dort „View, Show Console“ aus. In die untere Eingabezeile fügen Sie den kopierten Text ein, drücken die Eingabetaste und beenden den Editor. Rufen Sie die Software erneut auf.

Mit cmd-umschalt-p öffnen Sie die Eingabemaske und geben dort „Install Package“ ein. Im nächsten Dialog geben Sie „Table“ ein und markieren „Table Editor“. Drücken Sie die Eingabetaste. Ist der Rechner mit dem Internet verbunden, lädt er jetzt die Erweiterung herunter. Beenden Sie anschließend zur Sicherheit den Editor und rufen ihn wieder auf.

In SublimeText aktivieren Sie die Installation eines Pakets.

In SublimeText aktivieren Sie die Installation eines Pakets.

Damit ist das kleine Programm einsatzbereit. Legen Sie in SublimeText eine neue Datei an. Achten Sie darauf, dass Sie in der rechten unteren Ecke des Programmfensters das Format der Datei auf „Markdown“ setzen. Jetzt drücken Sie die Tastenkombination cmd-umschalt-p. Geben Sie „Table“ ein und wählen Sie aus den Treffern „Table editor: Enable for current syntax“.

Aktivieren Sie die Nutzung der Tabellen im aktuellen Code.

Aktivieren Sie die Nutzung der Tabellen im aktuellen Code.

Jetzt beginnen Sie mit dem Schreiben der ersten Zeile der Tabelle, also dem Kopfbereich. Danach beginnen Sie die zweite Zeile. Am Ende sieht das dann etwa so aus:

|Name|Vorname|Strasse|PLZ|Ort|
|-

Drücken Sie am Ende der zweiten Zeile jetzt die Tab-Taste. Die Erweiterung ordnet die Eingaben ganz ordentlich in Form einer Tabelle an. Füllen Sie die erste Zelle aus. Navigieren Sie erneut mit der Tab-Taste zur nächsten Zelle. Die Breite der Spalten wird Ihrer Eingabe angepasst. Am Ende der aktuellen Zeile fügen Sie mit Tab eine weitere Tabellenreihe ein.

Die Erweiterung formatiert Ihre Eingabe perfekt.

Die Erweiterung formatiert Ihre Eingabe perfekt.

Zur Erweiterung gehört auch eine umfangreiche Readme-Datei, die Ihnen die weiteren Kürzel und Techniken mit dem Plug-in verrät, wie zum Beispiel das nachträgliche Hinzufügen von Zeilen oder auch das Löschen von Einträgen. Am Ende markieren Sie Ihre Tabelle und kopieren diese in die Zwischenablage.

Tabelle in Scrivener einfügen

Wenn Sie den Quelltext aus dem Editor in Scrivener einfügen, dürfte der optisch perfekte Eindruck sofort getrübt werden. Die Tabelle wird auseinandergerissen und sieht nicht mehr korrekt aus. Das liegt daran, dass Sie in Scrivener wahrscheinlich einen proportionalen Font für das Dokument aktiviert haben.

scrivener-tabellen-06

Markieren Sie den Text der Tabelle und ändern Sie über die Formatleiste die Schriftart etwa zu „Courier“. Jetzt erscheint die Tabelle auch korrekt in Scrivener. So lange Scrivener nicht in der Lage ist, seine eigenen Tabellen auch nach Markdown zu exportieren, wird dies der von mir bevorzugte Arbeitsablauf bleiben.

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Texte überarbeiten: Von Scrivener nach Word und zurück

Wie Sie es als Autor auch immer drehen. Es wird Ihnen kaum gelingen, Redaktion oder Lektorat vom Einsatz von Scrivener zu überzeugen. Microsoft Word ist einfach viel zu tief in den Arbeitsabläufen in vielen Unternehmen integriert, um einfach so ausgetauscht werden zu können. Sie müssen also einen Weg finden, wie Sie als Autor mit Scrivener schreiben können, ihr Lektor aber weiter mit Word arbeiten kann.

Überarbeitung in Scrivener vorbereiten

Damit das funktioniert, wählen Sie RTF als Austauschformat. Es kann von Scrivener exportiert werden und wird von allen Word-Versionen eingelesen. Rein technisch funktioniert der Austausch so:

  1. Sie exportieren Ihr Manuskript nach RTF.
  2. Der Lektor bearbeitet die Dateien in Word.
  3. Sie lesen die Dokumente wieder in Scrivener ein.

Dazu nutzen Sie die Option, in Scrivener ein Manuskript mit einem externen Ordner zu synchronisieren. Das erledigen Sie so (derzeit nur in der Mac-Version):

  1. Wählen Sie „Datei, Synchronisierung, mit externem Ordner“.
  2. Im oberen Teil des Dialogs wählen Sie zunächst einen Ordner aus oder legen einen neuen an.
  3. Sie müssen lediglich zusätzlich darauf achten, dass Sie unter „Format“ auch „RTF“ aktiviert haben.
  4. Mit einem Klick auf „Synchronisierung“ Damit werden die externen Daten angelegt.
Legen Sie die Optionen für die Synchronisation mit einem externen Ordner fest.

Legen Sie die Optionen für die Synchronisation mit einem externen Ordner fest.

Dokumente an den Lektor weitergeben

Die RTF-Dokumente können Sie jetzt an den Lektor weitergeben. Oder Sie richten als Synchronisations-Ordner gleich ein Verzeichnis in der Dropbox oder einer ähnlichen externen Quelle ein. Der Bearbeiter öffnet die Dateien dann in Word. Folgende Einschränkungen und Vorgaben sind zu beachten:

  • Die Dateien müssen (ohne weitere Änderungen am Dateiformat) wieder als RTF gespeichert werden. Auch der Dateiname muss gleich bleiben.
  • Änderungswünsche müssen als Kommentare eingefügt werden.
  • Streichungen können über das Formatieren als durchgestrichener Text erfolgen.
  • Die Funktion des „Überarbeitens“ in Word darf nicht genutzt werden.
Der Lektor kommentiert und bearbeitet den Scrivener-Text in Word.

Der Lektor kommentiert und bearbeitet den Scrivener-Text in Word.

Änderungen verfolgen

Nachdem Sie von Ihrem Lektor das Dokument zurück erhalten haben, kopieren Sie die Dateien in den Ordner, den Sie für die Synchronisation vorgesehen haben. Wenn Sie das Projekt in Scrivener starten, zeigt Ihnen die Software an, dass Änderungen gefunden worden sind. Führen Sie also die Synchronisation aus.

Um sich die Kommentare anzusehen, nutzen Sie „Ansicht, Layout, Prüfer einblenden“. Damit blenden Sie sich auf der rechten Seite den Inspektor ein. Klicken Sie dort auf das Icon, das eine Sprechblase zeigt. Dies ist die Übersicht der Kommentare. Die Kommentare sind auch im Text markiert.

Kommentare aus Word werden in Scrivener sichtbar mit dem Inspektor.

Kommentare aus Word werden in Scrivener sichtbar mit dem Inspektor.

Textliche Änderungen finden Sie am besten über den Vergleich der Schnappschüsse. Im Dialog für die Synchronisation finden Sie die Option, dass vor dem Abgleich ein Schnappschuss der Datei angefertigt wird. Damit speichern Sie den aktuellen Zustand des Dokuments.

Erhalten Sie jetzt die Datei zurück, synchronisieren Sie und rufen sich den Inspektor auf (wie gerade beschrieben). Dort wechseln Sie mit einem Klick auf das Icon mit der Kamera zu den Snapshots. In der oberen Liste sehen Sie die gespeicherten Schnappschüsse. Markieren Sie dort den Eintrag, den Sie vor der Weitergabe an den Lektor angelegt haben. Danach drücken Sie auf „Vergleichen“. Innerhalb des Inspektors sehen Sie jetzt den überarbeiteten Text. Neuerungen sind blau markiert, gelöschte Bereiche rot und durchgestrichen.

Im Inspektor in Scrivener sehen Sie auch Textbearbeitungen über die Schnappschüsse.

Im Inspektor in Scrivener sehen Sie auch Textbearbeitungen über die Schnappschüsse.

Snapshot im Editor ansehen

Die Ansicht auf den Schnappschuss ist im Inspektor etwas klein. Teilen Sie den Bildschirm in Scrivener. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, während Sie den Snapshot aus der Liste nun in die Titelleiste eines geteilten Editors ziehen. Jetzt haben Sie mehr Übersicht.

Mit einem kleinen Trick sehen Sie den Vergleich der Snapshots im zweiten Editor in Scrivener.

Mit einem kleinen Trick sehen Sie den Vergleich der Snapshots im zweiten Editor in Scrivener.

Arbeiten Sie auch mit Scrivener? Wie lösen Sie das Überarbeiten mit externen Bearbeitern?

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Zwei kurze Tipps zu Scrivener

Wie schon häufiger an dieser und anderer Stelle geschrieben, entstehen alle Artikel, Blogbeiträge oder Bücher mit Scrivener. Durch Zufall oder Ausprobieren sind Sie bestimmt auch schon einmal auf Funktionen gestoßen, die weder im Handbuch noch der Hilfe eines Programms beschrieben waren. Dazu zählen während der Arbeit mit Scrivener in meinem Fall:

Titel des Dokument per Shortcut ändern

Da drückt man einmal eine falsche Tastenkombination und schon hat sich der Text des Dokuments geändert. In Scrivener für den Mac können Sie das aktuelle Dokument durch markierten Text umbenennen. Dazu drücken Sie cmd-alt-umschalt-t.

Internet-URL schneller in Research-Ordner aufnehmen

Gerade Sachbuchautoren lieben die Funktionen in Scrivener, mit denen Material organisiert und gesammelt werden kann. Dazu gehören auch Internetseiten. Und so fügen Sie Internetdokumente noch schneller in Scrivener ein. Markieren Sie im Browser das Icon in der Adressleiste. Klicken Sie und ziehen Sie das Icon jetzt im Binder auf den Ordner „Research“. Fertig.

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Wenn das Geschäft als freier Autor gerade nicht so läuft

Die Geschäfte als freier Autor laufen derzeit nicht besonders gut? Das ist natürlich eine beunruhigende Situation, darf aber nicht dazu führen, dass Sie den Kopf in den Sand stecken. Gerade jetzt ist es an der Zeit, Dinge anders zu machen und zu verbessern. Und etwas beruflicher Leerlauf kann Ihnen auch die Zeit schenken, sich um Dinge zu kümmern, die Sie schon längst erledigen wollten.

Ruhe bewahren

Je länger Sie selbstständig sind, desto häufiger haben Sie bestimmt einmal die Erfahrung des Auf und Ab von Aufträgen gemacht. Anfänger geraten zu schnell in Panik, wenn einmal Aufträge ausbleiben.

Gerade wegen einer möglichen Flaute ist es wichtig, ein finanzielles Polster für Notzeiten anzusparen oder mit einem solchen Polster überhaupt erst in die Selbstständigkeit zu starten.

Verfallen Sie nicht in Panik. Sie werden sicher auf die Flaute reagieren müssen, aber blinder Aktionismus bringt Sie nicht weiter.

Analysieren Sie ehrlich, warum Aufträge ausbleiben

Beginnen Sie zunächst mit der Analyse, warum die Aufträge ausbleiben. Dabei hilft es Ihnen nicht weiter, wenn Sie unehrlich zu sich sind. Was sind die Gründe für die derzeitige Flaute? Mögliche Ursachen könnten ja sein:

  • Urlaubszeit: Sie haben Ihren Auftraggebern Angebote und Ideen geliefert, aber keinen Zuschlag mehr bekommen, weil die Zeit der Ferien begonnen hat. Das ist dann ärgerlich, ändert sich ja aber wieder.
  • Auftraggeber weggebrochen? Sie haben viel für einen Auftraggeber gearbeitet, der nun aber sparen muss, oder vielleicht gar in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist. Durch vermehrte Anstrengungen in die Akquise (was aber Zeit benötigt) werden Sie diese Lücke bestimmt schließen können.
  • Sind Ihre Themen nicht mehr gefragt? Sich einzugestehen, dass das eigene Schwerpunktthema und Fachgebiet bei den Kunden (oder besser Lesern) nicht mehr gefragt ist, ist sicherlich die schwierigste Erkenntnis. Wenn das aber so ist, was sich meist über einen längeren Zeitraum abgezeichnet hat, müssen Sie entschieden gegensteuern.

An die finanzielle Absicherung denken

Eine gewisse finanzielle Reserve sollte jeder Selbstständige aufbauen, um kurze Durststrecken zu überstehen. Wenn bereits jetzt absehbar ist, dass Sie in eine finanzielle Schieflage geraten, zögern Sie nicht und handeln Sie sofort!

  • Sind Sie KSK-Mitglied? Wenn es unwahrscheinlich ist, dass Sie den gemeldeten Jahresumsatz erreichen, dann schreiben Sie möglichst schnell an die KSK, und melden Sie eine korrigierte Zahl. Das reduziert Ihren Beitrag meist bereits zum nächsten Monat.
  • Gehen Sie regelmäßige Abbuchungen auf Ihren Kontoauszügen durch. Was können Sie möglichst schnell an Abonnements oder anderen Verpflichtungen kündigen?
  • Prüfen Sie die Projekte der vergangenen Monate. Haben Sie bereits von allen Verlagen eine Abrechnung erhalten? Haben Sie alle Rechnungen geschrieben und an die Kunden versendet? Und sind alle offenen Posten auch bezahlt worden?

Im Notfall verfallen Sie nicht in falsche Scham. Sie haben in der Vergangenheit durch Steuern und Abgaben Ihren Beitrag für die Gesellschaft geleistet. Gehen Sie zum Amt und beantragen Sie staatliche Hilfen, wenn Sie keine andere Option sehen, die Einnahmen kurzfristig stabil zu halten.

Passives Einkommen aufbauen und Zweitverwertung steigern

Im Laufe Ihrer Arbeit füllt sich das Archiv mit längst veröffentlichten Beiträgen. Welche Themen sind noch aktuell und welche Artikel könnten Sie durch einfach Umschreiben noch einmal verwerten? Dann bieten Sie anderen Verlagen die Arbeiten neu an. Oder Sie nutzen die Artikel als Gastbeiträge, die Sie Sitebetreibern kostenfrei offerieren, um somit mehr auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht lassen sich aus Ihren Artikeln aber auch E-Books zusammenstellen, etwa als Report zu einem Thema. Die Zusammenstellung des E-Books macht vergleichsweise wenig Mühe, bietet aber die Chance auf weitere Einnahmen.

Ist Ihre Eigendarstellung eigentlich noch aktuell?

Wann haben Sie eigentlich zuletzt an Ihrer Eigendarstellung im Web gearbeitet? Ist Ihre Homepage eigentlich noch aktuell oder bieten Sie mittlerweile längst weitere Dienste an? Gerade jetzt, wo Sie etwas mehr Zeit haben, könnten Sie die Gelegenheit ergreifen, um sich Ihre Seiten kritisch und in Ruhe anzusehen.

  • Sind Ihre Referenzen noch aktuell?
  • Haben Sie auch die jüngst erfolgreich abgeschlossenen Projekte erwähnt?
  • Trifft die Beschreibung dessen, was Sie tun, noch den Kern der Sache?

Spätestens jetzt mit dem Netzwerken anfangen!

Aufgrund der Arbeitsbelastung haben Sie stets die Einladungen zu Stammtischen, Vorträgen und Netzwerkveranstaltungen beiseite gelegt? Spätestens jetzt ist die Zeit gekommen, um sich dort einmal einzufinden. Erwarten Sie davon keine kurzfristigen Wunder. Aber die aktive Teilnahme und das Knüpfen neuer Kontakte erhöhen deutlich Ihre Chancen, neue Kunden oder Aufträge zu ergattern.

Die Basis aller genannten Maßnahmen muss aber eine deutliche Intensivierung Ihrer Akquisebemühungen sein. Wenden Sie sich auch an Unternehmen und potentielle Kunden, die Sie vielleicht bisher nicht angesprochen haben, weil das Honorar Ihnen zu gering erschienen ist. Die Zeit wählerisch zu sein, ist derzeit vorbei.

Was sind Ihre Erfahrungen? Haben Sie eine Flaute bereits einmal erlebt? Wie sind Sie damit umgegangen?

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Machen Sie das Schreiben im Café zum Erfolg

Ich habe die Schilderungen von Schriftstellern, die gern und viel in einem Kaffeehaus gearbeitet haben, immer gern gelesen. Ich fand die Idee faszinierend, konnte mich selbst aber nicht so recht schreibend in einem Kaffeehaus vorstellen.

Natürlich hatte ich schon häufiger unterwegs gearbeitet und auch immer wieder gute Erfahrungen mit diversen DB-Lounges bundesweit gemacht. Aber dort habe ich geschrieben, um Wartezeiten produktiv zu nutzen. Unterwegs war ich ja ohnehin. Aber nur deshalb ein Kaffeehaus aufsuchen, um dort zu arbeiten?

Doch eines Tages war es so weit: Ich saß mitten an einem umfangreicheren Artikel, dessen Abgabefrist nahte. Bedauerlicherweise hatten sich allerdings die Stadtwerke dazu entschlossen, unmittelbar gegenüber von unserem Haus unter starkem Getöse tiefe Löcher in die Erde zu graben. An konzentriertes Arbeiten war schlicht nicht zu denken. Also packte ich mein Macbook ein und lief einige Schritte zu einem Kaffeehaus, das kostenfreies WLAN versprach.

Und…ich war begeistert.

Ich kam nicht nur sensationell mit dem Artikel voran. Nein, ich schrieb auch gleich noch einen Blogbeitrag. Dort zu sitzen, nur den Computer vor sich zu haben, aber beim Blick aus dem Fenster das Treiben der Menschen mitten im Zentrum meines Wohnortes zu beobachten – die Atmosphäre inspirierte mich. Es war so, als hätte allein der Wechsel der Perspektive viele Energien freigesetzt.

Seitdem bin ich immer wieder gern zum Wiederholungstäter geworden. Denken Sie dabei aber an einige (mehr oder weniger) naheliegende Regel, die Sie befolgen sollten, damit das Arbeiten unterwegs auch erfolgreich wird.

  • Denken Sie an die anderen Gäste: Lautes Getippe kann auf die Dauer schon ganz schön auf die Nerven gehen. Hacken Sie also nicht und „breiten“ Sie sich an Ihrem Platz auch nicht aus.
  • Vermeiden Sie den Eindruck, dass Sie nur wegen des kostenlosen WLAN gekommen sind. Bestellen Sie regelmäßig etwas und geben Sie am Ende des Tages auch ein fürstliches Trinkgeld. Das macht Sie aus Sicht des Personals zu einem Gast, der gerne gesehen wird. Und das macht vieles leichter.
  • Stellen Sie eine Verbindung zum Personal her: Versuchen Sie die Namen des Personals in Erfahrung zu bringen. Loben Sie den Ort, an dem Sie arbeiten. Wenn Sie etwas bestellen, erzählen Sie beiläufig, woran Sie arbeiten. Auch das trägt dazu bei, dass das Personal Sie nicht als Störung betrachtet.
  • Ihre Arbeitsmittel locken mit Sicherheit auch Langfinger an. Auch wenn Sie gute Beziehungen mit dem Personal unterhalten, werden die schlicht nicht immer die Zeit haben, „kurz“ auf Ihre Sachen aufzupassen. Besorgen Sie sich also eine Diebstahlsicherung für Ihren Computer und nehmen Sie andere Dinge mit in den Waschraum, wenn Sie sich erfrischen wollen.

So gewappnet entdecken Sie vielleicht eine völlig neue Arbeitsumgebung für sich.

Wie steht es mit Ihnen? Welche Erfahrungen haben Sie beim Schreiben an öffentlichen Plätzen gesammelt?

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So konzentrieren Sie sich besser auf das Schreiben

Wer es nicht selbst probiert hat, unterschätzt wahrscheinlich die Herausforderung, an einem umfangreicheren Werk zu schreiben. Und mit ziemlicher Sicherheit unterschätzt auch Ihr persönliches Umfeld die Schwierigkeiten und Probleme auf dem Weg zum Buch oder Fachartikel.

Ich selbst schreibe nun seit mehr als zwei Jahrzehnten professionell und bin durch viele Hochs und Tiefs in meinen Schreibprozessen gegangen. Dabei haben mir aber immer stets drei Grundregeln weitergeholfen:

Regel 1: Schreiben Sie an einem aufgeräumten Arbeitsplatz!

Ich fühle mich zwar reichlich alt, wenn ich das schreibe, aber meine ersten Artikel und umfangreicheren Arbeiten sind noch einer Schreibmaschine entstanden. Doch bereits damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich einfach viel flotter und konzentrierter geschrieben habe, wenn sich keine weiteren Ablenkungen auf meinem Schreibtisch befanden, außer vielleicht noch einem Blatt mit Notizen. Das ist auch heute noch so. Bei schönem Wetter schreibe ich gern auf der Terrasse und empfinde es als ungeheurer fokussierend, wenn auf dem Tisch nur mein Macbook steht (und gelegentlich auf eine Tasse mit einer Kaffeespezialität). Arbeite ich am Schreibtisch und schaue dabei auf meinen Monitor, befinden sich ganz bewusst keine weiteren Gegenstände daneben.
Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht so fokussiert zu arbeiten, wie Sie es könnten, verbannen Sie optische Ablenkungen auf Ihrem Tisch.

Oder räumen Sie auf, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Das Aufräumen kann sich dabei zu einem Ritual entwickeln, das Sie vielleicht sogar in die richtige „Stimmung“ versetzt.

Regel 2: Keine Ablenkungen und keine anderen Arbeiten!

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Regel gemacht, mich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich. Ich schlage also nicht etwas im Internet nach oder arbeite an der Struktur des Textes. Meine Recherchen sind in diesem Moment abgeschlossen.

Komme ich an einer Stelle nicht weiter, mache ich einen Vermerk in den Text und beschaffe mir die notwendigen Informationen später.

Außerdem schalte ich WLAN aus und schließe andere Anwendungen auf dem Mac, um nur mit dem Text allein zu sein.

Das kann die ersten Male eine eher verstörende Erfahrung sein. Das liegt aber auch daran, dass die meisten von uns, sich selbst über die Jahre daran gewöhnt haben, ständig abgelenkt zu sein. Der flüchtige Blick auf das Handy oder schnell einen Tweet absenden. Schränken Sie sich selbst ganz bewusst in Ihren Möglichkeiten ein und Sie werden schnell bemerken, dass Sie viel besser vorankommen werden.

Regel 3: Schreiben Sie, der Rest kommt später

Eine Redaktion oder ein Verlag wird Sie natürlich auch daran messen, in welchem Zustand Sie Ihr Manuskript abliefern. Haben Sie die eventuell zur Verfügung gestellte Formatvorlage korrekt eingesetzt? Haben Sie (möglichst) alle Tipp- und Grammatikfehler erfolgreich getilgt? Das alles trägt zum Gesamteindruck Ihrer Arbeit bei.

Während Sie schreiben, spielt das aber alles eher eine untergeordnete Rolle. Natürlich sollen und dürfen Sie ganz offensichtliche Tippfehler unmittelbar korrigieren.

Aber darauf zu achten, dass Sie während des Schreibens auch bereits die korrekte Vorlage für den Absatz ausgewählt haben, ist unwichtig. Das können Sie später immer noch kontrollieren und den Text überarbeiten.

Die Einhaltung dieser Regel verschafft Ihnen auch mehr Freiheit bei der Wahl Ihres Werkzeugs. Denn wenn Sie ohnehin am Ende formatieren, können Sie mit dem Programm arbeiten, das Sie beim Schreiben am besten unterstützt. Sie sind vom Vollbildmodus von Ulysses begeistert?

Dann setzen Sie das Programm ein, wenn es Ihnen beim Fokussieren hilft. Den exportierten Text formatieren Sie später dann einfach nach den Wünschen Ihrer Auftraggeber.

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So arbeiten Sie als Autor mit einer Redaktion zusammen

Eine Frage, die mir von meinen Lesern häufiger gestellt wird, widmet sich dem Alltag in der Zusammenarbeit mit Redaktionen. Denn viele Autoren würden gern über ihr Fachgebiet in einem (Online-)Magazin schreiben. Aber wie stellen Sie als Freelancer den ersten Kontakt her. Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab?

Den ersten Kontakt herstellen

Zum ersten Mal mit einer Person in Kontakt zu treten, ist immer der schwerste Schritt. Das gilt auch bei der Platzierung eigener Artikel in einem Fachmedium.

Ich gehe an dieser Stelle davon aus, dass Sie sich umfassend informiert haben, und inzwischen bereits über eine Liste von Zeitschriften und Webseiten verfügen, die als potentielle Abnehmer Ihrer Beiträge in Betracht kommen.

Sehen Sie sich das Impressum des Objekts an. Größere Redaktionen sind nach Sachgebieten organisiert. Suchen Sie sich hier Ihren Ansprechpartner heraus. Wenn die Redaktion so organisiert ist, dass Ihr Fachgebiet von mehreren Redakteuren betreut wird, wenden Sie sich nicht gleich an den Leiter. Er ist durch Personalverantwortung und organisatorische Aufgaben extrem angespannt. Schreiben Sie besser einen seiner Mitarbeiter an.

Themenvorschläge einreichen

Für den ersten Kontakt habe ich persönlich gute Erfahrungen mit der E-Mail gemacht. Im hektischen Alltag, der in den meisten Redaktionen herrscht, wird Ihr Ansprechpartner nicht so einfach aus seinen Abläufen herausgerissen. Wenn Ihnen das lieber ist, können Sie natürlich auch anrufen. Das dauert meist aber viel länger, da einige Versuche notwendig sein werden.

  • Stellen Sie sich (kurz!!!) vor: Dabei sollte der Bezug zum Thema des Ressorts oder des Magazins deutlich werden.
  • Stellen Sie ein Thema für einen Artikel (auch kurz!) vor. Worum geht es? Welchen (neuen) Aspekt des Themas werden Sie untersuchen? Warum ist das relevant für das Magazin?
  • Nennen Sie einen ungefähren Umfang
  • Geben Sie Ihre Kontaktdaten an!

Die Kunst einer solchen E-Mail besteht darin, auf der einen Seite das Thema interessant genug darzustellen. Auf der anderen Seite aber auch nicht zu ausführlich zu sein. Zum einen verschwenden Sie damit die Zeit Ihres Gegenübers, zum anderen könnte es der Redakteur dann ja auch gleich selbst schreiben. Es kommt zum Glück eher selten vor, dass Ihnen ein Thema „gestohlen“ wird. Aber passieren kann das schon.

Wenn Sie auf Ihre Nachricht keine Antwort bekommen, fragen Sie nach einer Zeit wieder nach. Dieses Nachfassen sollten Sie unbedingt machen. Denn schnell wird im Alltag auch einmal etwas vergessen. Jetzt dürfen Sie auch gern einmal zum Telefon greifen!

So wickeln Sie den Auftrag professionell ab

Wenn alles geklappt hat, haben Sie die Neugier des Redakteurs geweckt und Sie Ihren ersten Auftrag in der Tasche.

Denken Sie daran: Der Artikel ist Ihre gemeinsame Arbeit!

Das mag sich aus Ihrer Sicht merkwürdig anhören. Aber der Redakteur weiß am besten, was die Leser wollen. Er kann auch beurteilen, ob bereits ein ähnlicher Artikel erschienen ist. Kurzum: er gibt die Richtung Ihrer Arbeit vor. Und in den allermeisten Fällen wird er den Artikel auch redigieren und eventuell sprachlich überarbeiten.

Ihr Ansprechpartner wird von Ihnen unter Umständen ein Kurzkonzept haben wollen. Das ist keine Regel, aber gerade in Fachmedien haben Redakteure gern bereits vorab eine Vorstellung davon, wie Sie Ihren Artikel aufbauen wollen. Etwa auch, ob Sie Informationskästen planen oder besonders viele Abbildungen vorhanden sein werden.

Was auch immer Sie absprechen, halten Sie sich daran!

Änderungen am Kurzkonzept oder am inhaltlichen Aufbau, die die grundlegende Richtung des Artikels verändern, sollten Sie immer erst nach Rücksprache mit dem Redakteur vornehmen.
Vereinbart wird auch ein Abgabetermin. Schätzen Sie hier möglichst realistisch. Es ist immer besser, wenn Sie früher abgeben können, als den Termin zu überziehen. Planen Sie also ruhig etwas Puffer ein. Wenn der Termin nicht passt, wird Ihnen das der Redakteur schon sagen. Dann verständigen Sie sich auf ein neues Datum.

Ist der Tag der Abgabe gekommen, geben Sie nur etwas ab, hinter dem Sie auch stehen können. Neben dem Inhalt Ihrer Arbeit sollten auch die Formalien stimmen. Der Texte sollte also sowohl auf die Richtigkeit der Fakten als auch auf Rechtschreibung und Grammatik geprüft sein. Bevor Sie Ihre Mail absenden, prüfen Sie zusätzlich, ob alle Dateien lesbar sind.

Haben Sie bereits Erfahrungen im Umgang mit Redaktionen gesammelt? Was sind Ihre Tipps zu diesem Thema?

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