Suchmaschinenoptimierung für Autoren – praktische Tipps

Ich freue mich darüber, dass Sie diesen Artikel lesen! Ehrlich. Denn selbstverständlich ist das ja nicht, dass Sie in einem Meer von unendlich vielen Artikeln im Internet ausgerechnet diesen hier zum Thema Suchmaschinenoptimierung für Journalisten lesen.
Gelandet sind Sie hier, weil Sie entweder zu den Stammlesern dieses Blogs gehören. Oder aber, weil Sie in einer Suchmaschine nach einem Beitrag recherchiert haben, der sich mit der Optimierung von Artikel für Suchmaschinen beschäftigt.
Und genau deswegen schreibe ich diesen Beitrag. Denn SEO (Search Engine Optimization) ist ein Thema, das wirklich jeden Autor und Journalisten betrifft.

Internet Marketing geht auch Autoren etwas an

Tatsächliche (oder selbsternannte) Experten werden nicht müde, Autoren und Journalisten zu empfehlen, sich mit einem Blog oder einem eigenen Magazin als Spezialisten zu einem Fachgebiet zu profilieren. Geht die Strategie auf, kämen die Aufträge fast von selbst, da die Redaktionen gar nicht an einem solchen Experten vorbeigehen könnten.

Nun, Zulauf (wie von selbst) erhalten in erster Linie die Experten, die solche Empfehlungen aussprechen. Die Welt ist in zwischen voll von Blogs und Expertensites. Darin wird Lesestoff für viele Jahre publiziert und kuratiert.

Wer sich tatsächlich als Experte profilieren will, der muss es auch schaffen, dass die Leser seine Artikel auch finden. Und Blogbeiträge werden eben über Suchmaschinen gefunden. Wer sich als Autor oder Journalist selbst vermarkten will, der muss sich mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen.

Woher Suchmaschinenoptimierung ihren schlechten Ruf hat

Das Thema SEO genießt unter vielen Journalisten und Textern einen eher zweifelhaften Ruf. Und das hat meiner Ansicht vor allen Dingen zwei Gründe.

  1. Online-Shops, Portale und Themenseiten müssen auf den Ergebnisseiten von Google & Co möglichst weit oben stehen. »Suchmaschinenoptimierte Texte« werden stark nachgefragt. Nur sind solche Texte in vielen Fällen schlicht und ergreifend nahezu unlesbar, weil sie einfach Phrasen und Begriffe aneinanderreihen, um die Suchmaschinen davon zu überzeugen, dass der Text für die enthaltenen Stichwörter besonders relevant ist. Solche SEO-Texte sind auch für die Nutzer von Suchmaschinen ärgerlich, denn oft genug liefern sie einfach zu wenig Informationen zum Thema.
  2. Für die Betreiber sind die Texte nur Mittel zum Zweck und entsprechend überschaubar sind die Honorarvorstellungen in diesem Bereich. Angebote von 1 Cent pro Wort sind keine Seltenheit. (Bis hierhin hat dieser Text rund 330 Wörter, der Autor hätte also 3,30 Euro als Honorar erhalten). Letztlich geht es hier um Ausbeutung und mangelnde Wertschätzung der kreativen Leistung eines Texters.

Sie schreiben in erster Linie für Ihre Leser!

Artikel, die für die Verwendung in Suchmaschinen angepasst wurden, wenden sich nach wie vor an einen Leser. SEO-Maßnahmen sollten nicht dazu führen, dass Sie anders als gewohnt schreiben. Sie recherchieren und konzipieren Ihren Beitrag wie gewohnt. Den Erfolg in einer Suchmaschine erzielen Sie, wenn Sie ein paar Kleinigkeiten beachten.

Sie brauchen einen Schlüsselbegriff – Keyword-Recherche

Wie gehen Sie vor, wenn Sie auf der Suche nach Informationen zu einem bestimmten Thema sind? Richtig: Sie geben den Begriff in die Suchmaske einer Suchmaschine ein. Und genau so gehen auch die Leser vor. In den Ergebnislisten ganz oben stehen dann die Artikel, die aus Sicht des Computerprogramms am relevantesten zur Suche sind. Aber nach welchem Begriff suchen die Leser denn?

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, machen Sie am besten eine Keyword-Recherche. Dabei untersuchen Sie u.a.

  • Welcher Begriff am häufigsten gesucht wird.
  • Ob dieses Keyword im Singular oder im Plural häufiger gesucht wird.
  • welche Kombinationen von Suchbegriffen verwendet werden und in welcher Reihenfolge, diese am häufigsten gesucht werden.

Google unterstützt Journalisten und Autoren dabei, das passende Keyword zu identifizieren. Tragen Sie in die Suchmaske einen Begriff ein, bietet Google Suggest Ihnen weitere Ergänzungen an. Nach diesen Kombinationen suchen besonders viele Menschen. Es lohnt sich also, sich an dieser Kombination zu orientieren.

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SEO bedeutete noch vor einiger Zeit, den Text auf exakt einen gesuchten Begriff zu optimieren. Das ist aber seit einiger Zeit nicht mehr notwendig. Nutzen Sie stattdessen Synonyme und verwandte Stichwörter und Themen. Allerdings nicht völlig wahllos sondern am besten nur die Keywords, nach denen besonders häufig gesucht wird.

Sehr umfassende Analysen über das Suchverhalten der Nutzer erhalten Sie, wenn Sie bei Google ein Adwords Konto eröffnen. Denn dort dürfen Sie den Keyword Planner verwenden, der Ihnen Ideen für Ihre Keywords liefern kann. Die Listen erlauben Ihnen dann Rückschlüsse darüber, wie häufig Stichwortkombinationen eingesetzt werden. Diese Begriffe streuen Sie dann dort, wo es passt, in Ihren Text ein.

Ausdrucksvolle Titel und Beschreibungen nutzen

Ein Artikel mit SEO-Tipps wäre nicht vollständig, wenn ich Ihnen nicht auch kurz die Maßnahmen vorstellen würde, die von Experten als Onpage-SEO bezeichnet werden.

  • Strukturieren Sie Ihren Text mit Zwischenüberschriften. Das ist gerade auch online wichtig. In den Überschriften streuen Sie die verschiedenen Keywords ein.
  • Verlinken Sie den Artikel! Blogsoftware und die meisten Redaktionssysteme erledigen dies bereits automatisch. Links von Kategorien oder Ressorts auf den Artikel helfen den Suchprogrammen bei der Einordnung der Inhalte. Auch thematisch passende Verweise von anderen Beiträgen zum gleichen Thema sind wichtig.
  • Nutzen Sie eine aussagekräftige Beschreibung (Meta-Description) für den Artikel. Auch hier sehen eigentlich alle aktuellen Anwendungen bereits Felder vor, in die der Autor nur noch seinen Text eintragen muss. Die Beschreibung eines Beitrags wird in Google etwa direkt unter der Überschrift auf der Ergebnisseite angezeigt.
  • Eines der wichtigsten Elemente bleibt die Überschrift der Seite oder des Artikels, wie sie in der Titelleiste des Browsers angezeigt wird. Technisch wird hier das so genannte Title-Tag von HTML ausgewertet. Dieser Seitentitel sollte nicht länger als 65 Zeichen sein, damit er auf den Ergebnisseiten der Suchmaschine nicht abgeschnitten wird. Im Titel sollte das wichtigste Keyword bereits verwendet werden.

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Geduldig bleiben

Mit den SEO-Tipps aus diesem Artikel haben Sie als Autor, Journalist oder Blogger die wichtigsten Grundlagen für eine bessere Findbarkeit Ihrer Artikel gelegt. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Beitrag auf einen Schlag bei Google auf Platz 1 stehen wird. Suchmaschinenoptimierung ist und bleibt, wenn ohne Tricks gearbeitet wird, auch ein Geschäft, das etwas Geduld erfordert. Wenn Sie aber jeden Ihrer Beiträge so angehen, wird sich der Erfolg einstellen.

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Eine Antwort auf Suchmaschinenoptimierung für Autoren – praktische Tipps

  1. Christian Zumbrunnen 16. Januar 2016 at 09:32 #

    Hallo lieber Stephan Lamprecht

    Danke für diesen Beitrag, welcher viele wichtige Infos gut verständlich zusammenfasst. Ich frage mich, wieso Sie nichts zu Alt-Attribut in Image-Tags und dem Dateinamen von Bildern gesagt haben. Es ist ein weit verbreiteter Fehler ein Bild namens „IMG_0998.jpg“ mit keinem oder „Bild IMG_0998“ als Alternativtext zu verwenden. Hier sollte ein beschreibender Inhalt stehen.
    Bei Bildern und auch bei Links ist es zudem möglich Titel zu setzen, welche beim Darüberfahren mit der Maus angezeigt werden. Diese werden von Suchmaschinen ausgewertet.
    Freundliche Grüsse

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