So konzentrieren Sie sich besser auf das Schreiben

Wer es nicht selbst probiert hat, unterschätzt wahrscheinlich die Herausforderung, an einem umfangreicheren Werk zu schreiben. Und mit ziemlicher Sicherheit unterschätzt auch Ihr persönliches Umfeld die Schwierigkeiten und Probleme auf dem Weg zum Buch oder Fachartikel.

Ich selbst schreibe nun seit mehr als zwei Jahrzehnten professionell und bin durch viele Hochs und Tiefs in meinen Schreibprozessen gegangen. Dabei haben mir aber immer stets drei Grundregeln weitergeholfen:

Regel 1: Schreiben Sie an einem aufgeräumten Arbeitsplatz!

Ich fühle mich zwar reichlich alt, wenn ich das schreibe, aber meine ersten Artikel und umfangreicheren Arbeiten sind noch einer Schreibmaschine entstanden. Doch bereits damals habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich einfach viel flotter und konzentrierter geschrieben habe, wenn sich keine weiteren Ablenkungen auf meinem Schreibtisch befanden, außer vielleicht noch einem Blatt mit Notizen. Das ist auch heute noch so. Bei schönem Wetter schreibe ich gern auf der Terrasse und empfinde es als ungeheurer fokussierend, wenn auf dem Tisch nur mein Macbook steht (und gelegentlich auf eine Tasse mit einer Kaffeespezialität). Arbeite ich am Schreibtisch und schaue dabei auf meinen Monitor, befinden sich ganz bewusst keine weiteren Gegenstände daneben.
Probieren Sie es doch einfach mal selbst aus. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht so fokussiert zu arbeiten, wie Sie es könnten, verbannen Sie optische Ablenkungen auf Ihrem Tisch.

Oder räumen Sie auf, bevor Sie mit dem Schreiben beginnen. Das Aufräumen kann sich dabei zu einem Ritual entwickeln, das Sie vielleicht sogar in die richtige „Stimmung“ versetzt.

Regel 2: Keine Ablenkungen und keine anderen Arbeiten!

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit der Regel gemacht, mich vollständig auf das Schreiben zu konzentrieren. Wenn ich schreibe, dann schreibe ich. Ich schlage also nicht etwas im Internet nach oder arbeite an der Struktur des Textes. Meine Recherchen sind in diesem Moment abgeschlossen.

Komme ich an einer Stelle nicht weiter, mache ich einen Vermerk in den Text und beschaffe mir die notwendigen Informationen später.

Außerdem schalte ich WLAN aus und schließe andere Anwendungen auf dem Mac, um nur mit dem Text allein zu sein.

Das kann die ersten Male eine eher verstörende Erfahrung sein. Das liegt aber auch daran, dass die meisten von uns, sich selbst über die Jahre daran gewöhnt haben, ständig abgelenkt zu sein. Der flüchtige Blick auf das Handy oder schnell einen Tweet absenden. Schränken Sie sich selbst ganz bewusst in Ihren Möglichkeiten ein und Sie werden schnell bemerken, dass Sie viel besser vorankommen werden.

Regel 3: Schreiben Sie, der Rest kommt später

Eine Redaktion oder ein Verlag wird Sie natürlich auch daran messen, in welchem Zustand Sie Ihr Manuskript abliefern. Haben Sie die eventuell zur Verfügung gestellte Formatvorlage korrekt eingesetzt? Haben Sie (möglichst) alle Tipp- und Grammatikfehler erfolgreich getilgt? Das alles trägt zum Gesamteindruck Ihrer Arbeit bei.

Während Sie schreiben, spielt das aber alles eher eine untergeordnete Rolle. Natürlich sollen und dürfen Sie ganz offensichtliche Tippfehler unmittelbar korrigieren.

Aber darauf zu achten, dass Sie während des Schreibens auch bereits die korrekte Vorlage für den Absatz ausgewählt haben, ist unwichtig. Das können Sie später immer noch kontrollieren und den Text überarbeiten.

Die Einhaltung dieser Regel verschafft Ihnen auch mehr Freiheit bei der Wahl Ihres Werkzeugs. Denn wenn Sie ohnehin am Ende formatieren, können Sie mit dem Programm arbeiten, das Sie beim Schreiben am besten unterstützt. Sie sind vom Vollbildmodus von Ulysses begeistert?

Dann setzen Sie das Programm ein, wenn es Ihnen beim Fokussieren hilft. Den exportierten Text formatieren Sie später dann einfach nach den Wünschen Ihrer Auftraggeber.

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